Din Vde Prüfgerät

Es gibt diverse Regelungen und Vorschriften, die die Sicherheit im Unternehmen gewährleisten. So ist beispielsweise jeder Unternehmer in Deutschland verpflichtet, alle eingesetzten elektrischen Betriebsmittel und Anlagen regelmäßig überprüfen zu lassen. Grundlage für diese Prüfung ist die DGUV Vorschrift 3, die früher unter dem Namen BGV A3 geläufig war. Was die DGUV V3 beinhaltet und wie man diese Vorschrift rechtssicher umsetzt, erfahren Sie im folgenden Ratgeber.

Was bedeutet DGUV und was ist die DGUV Vorschrift 3?

Was ist die DGUV Vorschrift 3 – Hinter der Abkürzung DGUV verbirgt sich die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung. Sie bezeichnet den Spitzenverband der Unfallkassen und gewerblichen Berufsgenossenschaften. Der Verband wurde 2007 gegründet. Die DGUV-Vorschriften sind sogenannte Unfallverhütungsvorschriften. Sie zeigen auf, wie Berufsunfälle und berufsbedingte Gesundheitsgefahren vermieden werden können.

ist die DGUV Vorschrift 3 - rechtliches

Was ist die DGUV Vorschrift 3?

Hinter diesem Begriff steht eine gesetzliche Unfallverhütungsvorschrift der DGUV. Die Vorschrift trat am 01. April 1979 unter dem Namen VGB 4 und BGV 3 in Kraft. Seit 2014 ist die BGV A3 unter dem Namen DGUV V3 bekannt. Inhaltliche Änderungen gab es nicht.

Die Verordnung ist für jedes Unternehmen und jedes Mitglied der gesetzlichen Unfallversicherung verpflichtend. Sie gilt für alle elektrischen Betriebsmittel und Anlagen. Die Vorschrift gilt auch für nicht elektrotechnische Arbeiten, die in näherer Umgebung der elektrischen Anlagen und Arbeitsmittel durchgeführt werden.

Gemäß der Vorschrift sind Unternehmer verpflichtet, ihre elektrischen Betriebsmittel und Anlagen

– vor der ersten Inbetriebnahme

– nach Änderungen und Instandsetzungen

sowie in bestimmten Zeitabständen auf einen ordnungsgemäßen Zustand prüfen zu lassen.

Die DGUV V3 schreibt lediglich vor, dass ein E-Check stattfinden muss. Was die Umsetzung betrifft, so verweist die Vorschrift auf die VDE-Bestimmungen. Wird eine Anlage neu in Betrieb genommen (Erstprüfung), findet DIN VDE 0100-600 Anwendung. Für Wiederholungsprüfungen gilt DIN VDE 0105-100. Für die Prüfung elektrischer Geräte greift die DIN VDE 0701-0702.

Welche Betriebsmittel und Anlagen sind gemäß DGUV Vorschrift 3 zu prüfen?

Unternehmen und öffentliche Einrichtungen sind verpflichtet, ihre elektrischen Geräte prüfen zu lassen. Die Vorschrift bezieht sich auf:

  • ortsveränderliche elektrische Betriebsmittel
  • ortsfeste elektrische Betriebsmittel
  • elektrische Anlagen (stationär und nicht stationär)
  • elektrische Maschinen

Ortsveränderliche Betriebsmittel lassen sich leicht bewegen und transportieren. Sie sind an einen Versorgungsstromkreis angeschlossen. Zu dieser Kategorie zählen handgeführte Elektrowerkzeuge, Drucker und Tischsteckdosen. Ortsfeste elektrische Betriebsmittel sind fest angebracht. Sie haben keine Tragevorrichtung und lassen sich aufgrund ihres Umfangs nicht oder nur schwer bewegen. Betriebsmittel, die vorläufig fest angebracht sind und über bewegliche Leitungen in Betrieb genommen werden, fallen ebenfalls in diese Kategorie.

Elektrische Anlagen sind Zusammenschlüsse aus mehreren elektrischen Arbeitsmitteln. Stationäre Anlagen sind fest mit ihrer Umgebung verbunden – Hauptverteilungen in Gebäuden beispielsweise. Nicht stationären elektrischen Anlagen werden nach ihrem Gebrauch ab- und an einem neuen Einsatzort wiederaufgebaut. Elektrische Maschinen sind meist fest mit ihrer Umgebung verbunden. In diese Kategorie fallen Produktionsstraßen und CNC-Fräsmaschinen.

Welche Prüffristen gelten für die DGUV V3 Prüfung?

Der Gesetzgeber fordert, die Prüfintervalle anhand einer Gefährdungsbeurteilung zu ermitteln. Die Prüffristen sind so zu wählen, dass Defekte, mit denen man rechnen muss, frühzeitig erkannt werden.

Die Technische Regel für Betriebssicherheit (TRBS) 1201 gibt hierzu Orientierungshilfen. Demnach hat die Prüfung ortsveränderlicher elektrischer Betriebsmittel in Büros mindestens alle sechs Monate zu erfolgen. Ortsveränderliche Betriebsmittel in Fertigungswerkstätten müssen alle drei Monate geprüft werden.

Unterschreiten ortsveränderliche Betriebsmittel während der DGUV V3 Prüfung eine Fehlerquote von zwei Prozent, kann die Frist im Bürobereich auf zwei Jahre und in allen anderen Bereichen auf ein Jahr verlängert werden. Ortsfeste elektrische Anlagen und Maschinen sind im Abstand von mindestens vier Jahren zu prüfen. Befinden sich Anlagen und Betriebsmittel in einem sensiblen Umfeld – in feuchten oder nassen Bereichen beispielsweise – muss jährlich geprüft werden.

Wie wird die DGUV V3 Prüfung ortsveränderlicher elektrischer Betriebsmittel durchgeführt?

Während der VDE Prüfung, auch E Check genannt, überprüft die Elektrofachkraft den ordnungsgemäßen Zustand des Betriebsmittels sowie dessen Funktionsfähigkeit und den Schutz gegen einen Stromschlag. Alle Geräte werden einer Einzelprüfung unterzogen. Die DGUV Prüfung ortsveränderlicher Geräte gliedert sich in die Bereiche Besichtigung, Messung und Erprobung.

Während der Besichtigung überprüft die Elektrofachkraft die Betriebsmittel auf:

  • Beschädigungen am Gehäuse
  • defekte bzw. ungeeignete Leitungen
  • fehlenden Knickschutz
  • beschädigte Steckvorrichtungen
  • Zustand der Abdeckungen
  • fehlende oder defekte mechanische Schutzeinrichtungen

Im zweiten Teil prüft die Elektrofachkraft, ob Schutzmaßnahmen gegen einen elektrischen Stromschlag gegeben sind. Sie kontrolliert zudem, ob die vorgegebenen Grenzwerte eingehalten werden und die Ergebnisse für die Betriebsmittel üblich sind.

Je nach Schutzklasse muss die Elektrofachkraft während der Messung anders vorgehen, um korrekte Werte zu erhalten und sich keiner Gefahr auszusetzen. Folgende Messungen werden durchgeführt:

  • Messen des Schutzleiter- und Isolationswiderstandes
  • Messen des Schutzleiter- und Berührungsstromes
  • Messen der Ausgangsspannung

Die Erprobung rundet die Prüfung ortsveränderlicher elektrischer Betriebsmittel ab. Hierbei wird das Betriebsmittel auf sämtliche Funktionen geprüft. Somit ist die DGUV Vorschrift 3 komplett.

Wie wird die DGUV V3 Prüfung ortsfester elektrischer Betriebsmittel und Anlagen durchgeführt?

Die VDE Prüfung ortsfester elektrischer Betriebsmittel und Anlagen erfolgt vor Erstinbetriebnahme sowie nach jeder Änderung bzw. Reparatur. Darüber hinaus ist die DGUV V3 Prüfung in bestimmten Intervallen vorgeschrieben. Es sind alle Betriebsmittel der elektrischen Anlage zu prüfen.

Vor dem eigentlichen E Check findet eine Vorbereitung statt, die auch als Ordnungsprüfung bezeichnet wird. Sie beginnt mit einer Bestandsaufnahme. Die Elektrofachkraft überprüft, ob:

  • erforderliche Unterlagen vollständig sind
  • das Prüfobjekt gemäß den Ergebnissen der Gefährdungsbeurteilung eingesetzt werden kann
  • notwendige Prüfparameter festgelegt sind

Während der Besichtigung überprüft die Elektrofachkraft die elektrische Anlage auf:

  • ordnungsgemäße Kennzeichnung
  • korrekte Verbindungen
  • Zugänglichkeit
  • Beschädigungen und unsachgemäße Verwendung

Im zweiten Teil werden alle notwendigen Messungen durchgeführt. Gemessen wird unter anderem:

  • korrekte Zuordnung der Neutralleiter zu FI-geschützten Stromkreisen
  • Isolationswiderstand des Schutzleiters zu Neutral- und Außenleiter

Durch eine abschließende Erprobung überprüft die Elektrofachkraft die Wirksamkeit der Schutz- und Meldeeinrichtungen. Der Prüfer kontrolliert außerdem:

  • Fehlerstrom-Schutzeinrichtung (RCD)
  • Isolationsüberwachungsgeräte im IT-System
  • Rechtsdrehfeld an Steckvorrichtungen

Tauchen während der Prüfung Mängel auf, sind diese umgehend zu beheben. In einem solchen Fall ist eine erneute Prüfung erforderlich.

ist die DGUV Vorschrift 3

Wer darf nach DGUV Vorschrift 3 prüfen?

Was die Durchführung der Elektrogeräteprüfung angeht, schreibt die Betriebssicherheitsverordnung, die DGUV Vorschrift und die TRBS 1203 klare Anforderungen vor. Der Gesetzgeber erwähnt zwei Personengruppen: Die BetrSichV und TRBS sprechen von befähigten Personen und die DGUV von einer Elektrofachkraft. Beide Parteien sind spezialisiert und verfügen über:

– eine abgeschlossene elektrotechnische Berufsausbildung bzw. ein entsprechend abgeschlossenes Studium

– eine Berufserfahrung von mindestens einem Jahr

– regelmäßige theoretische und praktische Weiterbildungen mit entsprechenden Nachweisen

Der Unternehmer darf die Prüfung an eine Elektrofachkraft delegieren. Er trägt aber weiterhin die Verantwortung. Der Unternehmer muss die Elektrofachkraft schriftlich bestellen. Die Elektrofachkraft legt Art und Umfang der DGUV V3 Prüfung fest. Sie muss sich mit der DGUV V3 sowie mit den zum Einsatz kommenden Mess- und Prüfgeräten auskennen. Bei ortsveränderlichen Geräten darf eine unterwiesene Person die Elektrofachkraft unterstützen. Es können sogenannte Prüfteams gebildet werden. Während der Prüfung sind geeignete Prüf- und Messgeräte zu verwenden, an denen das Ergebnis leicht abgelesen werden kann. Die Verantwortung für Qualifikation, Sicherheit und Qualität trägt die Elektrofachkraft. Die Elektrofachkraft dokumentiert die Ergebnisse der DGUV Prüfung in einem Prüfbericht.

Was muss das Prüfprotokoll nach DGUV Vorschrift 3 beinhalten?

Eine Dokumentation ist gesetzlich vorgeschrieben. Sie dient dem Unternehmer im Schadensfall als Nachweis, dass regelmäßige DGUV V3 Prüfungen durchgeführt wurden. Die Dokumentation muss für die Erstprüfung und für Folgeprüfungen erstellt werden.

Die Form der Dokumentation ist nicht verbindlich festgelegt. Sie kann schriftlich oder elektronisch erfolgen. Es gelten jedoch folgende Mindestanforderungen:

  • Name und Anschrift des Auftraggebers/Auftragnehmers
  • Name der Prüfperson
  • Auflistung der einzelnen Prüfprotokolle
  • Beschreibung des Prüfumfangs
  • Prüfgrundlagen
  • Prüfanlass
  • Prüfdatum
  • Verwendete Mess- und Prüfgeräte

Die Elektrofachkraft muss das Prüfprotokoll unterschreiben. Der Unternehmer ist verpflichtet, die Dokumentation mindestens bis zur nächsten Prüfung zu archivieren. Durch längerfristiges Aufbewahren lassen sich Veränderungen des Erhaltungszustandes der elektrischen Betriebsmittel und Anlagen feststellen. Prüffristen können bestätigt bzw. angepasst werden. Mit dem Prüfbericht kann der Unternehmen im Schadensfall nachweisen, dass seine elektrischen Betriebsmittel und Anlagen regelmäßig einer ordnungsgemäßen Prüfung unterzogen wurden. Das Protokoll dient als wichtige Beweisurkunde. Liegt kein Prüfbericht vor, kann es im Schadensfall zu folgenschweren Konsequenzen kommen.

Was passiert, wenn die DGUV Vorschrift 3 nicht eingehalten wurde?

Unternehmer machen sich gemäß § 26 Nummer 2 Arbeits­schutzgesetz strafbar, wenn sie keine Gefährdungsbeurteilung erstellen und die Arbeitssicherheit nicht gemäß DGUV V3 gewährleisten. Versicherungen haften nur, wenn eine fachkundige Prüfung nachgewiesen werden kann. Ansonsten können sie im Schadensfall die Übernahme verweigern oder Schadensersatz von dem Unternehmer verlangen.

Fazit

Was ist die DGUV Vorschrift 3 – Die DGUV V3 Vorschriften sind für Unternehmer verpflichtend. Die gesetzlich vorgeschriebene Elektrogeräteprüfung betrifft alle elektrischen Betriebsmittel, Anlagen und Maschinen. Die Prüfung muss in kontinuierlichen Abständen durchgeführt werden. Nur professionell geschulte Elektrofachkräfte dürfen diese Prüfung gemäß DGUV Vorschrift 3 durchführen. Nach erfolgreicher DGUV V3 Prüfung erhält das Unternehmen eine Prüfplakette und einen Prüfbericht. Der Bericht wird von diversen Sachverständigen kontrolliert. Er dient als Beweismittel. Eine regelmäßige Prüfung dient nicht für als Nachweis gegenüber Versicherungen im Schadensfall, sie ist auch für die Sicherheit der Mitarbeiter enorm wichtig.

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