Elektroprüfung ortsveraenderlicher Geraete

Die DGUV Vorschriften sind die von der Deutschen gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) erlassenen Unfallverhütungsvorschriften, die im Jahr 2014 bei fast identischem Inhalt die berufsgenossenschaftlichen Vorschriften (BGV) abgelöst haben. Die Vorschriften beinhalten ein Regelwerk, welches Arbeitgebern ihre Pflichten im Gesundheits- und Sicherheitsschutz der Arbeitnehmer vorgeben. Auf diese Weise sollen sowohl Arbeitgeber geschützt werden, die mithilfe der Prüfprotokolle bei einem Arbeitsunfall nachweisen können, dass alle Sicherheitsmaßnahmen getroffen wurden, als auch die Arbeitnehmer, die durch die Einhaltung dieser Unfallverhütungsvorschriften geschützt werden. Eine Prüfung nach DGUV Vorschrift 3 ist also auch für den Unternehmer eine besondere Absicherung. Dabei stellen die DGUV Vorschriften sogenannte Muss-Vorschriften dar und sind somit in Deutschland für alle Mitglieder der Berufsgenossenschaft, Arbeitnehmer wie auch Unternehmer eine verbindliche Rechtsnorm. Auch für Fremdfirmen mit ausländischem Firmensitz, die für Mitgliedsunternehmen tätig sind, sind die Unfallverhütungsvorschriften gültig (§ 16 Abs. 2 SBG VII). Die Einhaltung der Vorschriften wird von den Aufsichtsdiensten der Unfallversicherungsträger überprüft.

Die DGUV Vorschriften befassen sich mit verschiedenen Aspekten des Gesundheitsschutzes, wie beispielsweise

  • den Grundsätzen der Prävention (DGUV Vorschrift 1),
  • der Ersten Hilfe bei Arbeitsunfällen,
  • der Gestaltung von Arbeitsplätzen,
  • der Tätigkeit von Betriebsärzten und Fachkräften für Arbeitssicherheit (DGUV Vorschrift 2).

Die DGUV Vorschrift 3 regelt die Prüfung von in Betrieben verwendeten Elektrogeräten, also elektrische Anlagen und Betriebsmittel, mit denen Mitarbeiter in Kontakt kommen oder sich zumindest in der Nähe aufhalten. Alle Unternehmen und auch öffentliche Einrichtungen wie Schulen oder Vereine sind dazu verpflichtet, durch regelmäßige Prüfung ortsveränderlicher elektrischer Betriebsmittel sowie ortsfester Geräte die Einhaltung der DGUV Vorschrift 3 nachzuweisen. Gemäß den Vorgaben müssen alle elektrischen Anlagen und Betriebsmittel sowohl vor der ersten Inbetriebnahme (von Neugeräten), als auch nach einer Änderung oder Instandsetzung, sowie in bestimmten Zeitabständen auf einen ordnungsgemäßen Zustand überprüft werden. Die DGUV Prüfung der Geräte kann der Arbeitgeber an eine dafür befähigte Person delegieren, ist aber weiterhin für die Arbeitssicherheit und Einhaltung der DGUV V3 verantwortlich.

Sollte eine Elektrogeräteprüfung fehlen oder nicht korrekt ausgeführt worden sein, ist der Verantwortliche (also der Unternehmer) voll haftbar und wegen Missachtung der Vorschriften strafbar. Sollte im Worst-Case-Szenario der Betrieb oder zumindest ein Teil davon durch einen Brand zerstört werden, nimmt sich die Versicherung nur der Sache an, wenn eine fachkundige Prüfung der elektrischen Geräte, Maschinen und Anlagen einer sachgemäßen DGUV V3 Prüfung unterzogen wurden. Weiterhin ist es bedeutsam, die DGUV V3 Prüfung auch ordnungsgemäß zu dokumentieren. Dafür gibt es ein sogenanntes Prüfprotokoll und auch Prüfplaketten, die die DGUV V3 Prüfung festhalten. Zu beachten sind hier natürlich die Prüffristen, welche durch das bei jeder Prüfung anzubringende Siegel „Geprüft nach DGUV Vorschrift 3 – Nächster Prüftermin“ leicht im Auge zu behalten sein sollten. Sollte die Dokumentation der DGUV V3 Prüfung allerdings nicht ordnungsgemäß erfolgen, weil zum Beispiel ein Prüfprotokoll fehlt, droht ein Verlust oder die Nichterteilung der Zertifizierung nach DIN ISO 9001; die Geräte dürften also nicht mehr benutzt und müssten sogar aus dem direkten Arbeitsumfeld der Mitarbeiter entfernt werden.

die DGUV Vorschriften BGV A3 neu DGUV Vorschrift 3 Prüfer

Welche Fachkräfte dürfen die DGUV V3 Prüfung ausführen und welche Geräte müssen einem E-Check unterzogen werden?

Die DGUV V3 Prüfung darf nur von Elektrofachkräften (EFK) oder elektrisch unterwiesenen Personen (EUP) unter Aufsicht einer Elektrofachkraft durchgeführt werden. Es muss also in jedem Fall eine ausgewiesene Elektrofachkraft bei der Elektrogeräteprüfung anwesend sein. Dem E-Check müssen dann

– alle elektrischen Anlagen

– alle elektrischen Betriebsmittel (ortsveränderliche Betriebsmittel)

– alle nichtelektronischen Arbeiten in der Nähe elektrischer Anlagen und Betriebsmittel

unterzogen werden. Elektrische Anlagen sind beispielsweise Sicherungskästen oder das Leitungsnetz mit Steckdosen. Dieses muss alle vier Jahre geprüft werden. Unter die „Prüfung ortsveränderlicher elektrischer Betriebsmittel“ fallen beispielsweise Bohrmaschinen und Laserdrucker, aber auch leicht zu vergessende Dinge wie die Kaffeemaschine im Pausenraum als auch das versteckte Verlängerungskabel. Die DGUV V3 für alle elektrischen Anlagen und Betriebsmittel, unabhängig von deren Höhe oder Art der erzeugten Spannung. Im Regelfall ist die Prüfung ortsveränderlicher elektrischer Betriebsmittel jährlich durchzuführen. Mit der Messung, dem Prüfsiegel am Gerät und der weiteren Dokumentation ist man dann nach der DGUV Vorschrift 3 rechtlich auf der sicheren Seite. Zu den nicht elektrotechnischen Arbeiten zählen beispielsweise das Errichten von Bauwerken in der Nähe von Freileitungen und Kabelanlagen sowie die Nähe bei anderen Arbeiten, wie Bau-, Transport-, Anstrich- und Ausbesserungsarbeiten.

Was hat es mit der VDE Prüfung und BGV in Bezug auf die DGUV Vorschriften auf sich?

Möglicherweise haben Sie auch von der VDE Prüfung gehört. Im Grunde genommen meint diese das gleiche wie die DGUV Prüfung, nämlich die Prüfung ortsveränderlicher und ortsfester elektrischer Betriebsmittel. Die DIN VDE Normen bilden dabei aber nicht nur den Rechtsrahmen für Deutschland, sondern für den gesamten europäischen Raum. Insbesondere die DIN VDE 0100-600 und die DIN VDE 0105-100 sind für die Prüfung elektrischer Geräte relevant.

Auch mit der BGV, also den Berufsgenossenschaftlichen Vorschriften, verhält es sich einfacher, als es auf den ersten Blick erscheint. Denn diese sind die ‚alten‘ Unfallverhütungsvorschriften, so wurde aus der BGV A3 beispielsweise die DGUV V3. Die Umwandlung ist damit zu erklären, dass sich am 1. Juni 2007 der Hauptverband der gewerblichen Berufsgenossenschaften (HVBG) und der Bundesverband der Unfallkassen (BUK) zum Spitzenverband der gewerblichen Berufsgenossenschaften und Unfallkassen, heute Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung genannt, zusammengeschlossen haben. Dieser Spitzenverband umfasst heute alle 27 Unfallkassen sowie gewerbliche Berufsgenossenschaften. Wie wichtig dieser heute ist, lässt sich alleine daran erkennen, dass über diesen heutzutage siebzig Millionen Menschen gegen die Folgen von Arbeitsunfällen, Wegeunfällen und Berufskrankheiten versichert sind. Der Verband gliedert sich in sechs rechtliche Landesverbände, die rechtlich aber nur zusammen betrachtet werden können: Nordwest, Nordost, West, Mitte, Südwest und Südost.

Im Zuge der Fusion wurden in den folgenden Jahren die Vorschriften 1-84 überarbeitet und zusammengefasst. Mit den neuen DGUV-Vorschriften wurden dann die nahezu identischen Vorschriften des BGV und des GUV außer Kraft gesetzt und in eine gemeinsame Vorschrift überführt. Am 01.05.2014 wurde dann aus der BGV A3 die DGUV V3. Auch unter dem weiteren alten Namen VBG 4 kennen einige noch die heutige DGUV V3. Heute existiert also faktisch nur noch DGUV V3.

Übersicht der wichtigsten DGUV Vorschriften

  • DGUV Vorschrift 1: Grundsätze der Prävention – Pflichten des Unternehmers und Versicherten, Organisation des betrieblichen Arbeitsschutzes
  • DGUV Vorschrift 2: Tätigkeit von Betriebsärzten und Fachkräften für Arbeitssicherheit
  • DGUV Vorschrift 3: Prüfung elektrischer Anlagen und Betriebsmittel, gültig für Unternehmen
  • DGUV Vorschrift 4: Prüfung elektrischer Anlagen und Betriebsmittel, gültig für öffentliche und kommunale Einrichtungen
  • DGUV Vorschrift 6: Arbeitsmedizinische Vorsorge
  • DGUV Vorschrift 9: Sicherheitsmaßnahmen- und Gesundheitskennzeichnungen (inklusive Instandhaltung und Prüfung)
  • DGUV Vorschrift 70: Fahrzeuge (Geltungsbereich, Bau und Ausrüstung, Betrieb, Prüfung, Ordnungswidrigkeiten, Übergangs- und Ausführungsbestimmungen)

die DGUV Vorschriften

Die DGUV Vorschriften und ihre Regeln

Die DGUV Vorschriften werden durch DGUV Regeln ergänzt. In diesen werden die Maßnahmen zur Verhütung von Gefahren für Leben und Gesundheit bei der Arbeit dargelegt. In den DGUV Regeln 100-150 geht es um das Betreiben von Arbeitsmitteln. Dort wird genau beschrieben, wie beispielsweise mit Förderbändern, Maschinen zur Holzbearbeitung und Holzverarbeitung, beim Schweißen, Schneiden und viele weitere Verfahren im Detail durchzuführen sind.

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