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Prüfung von Schultafeln nach DGUV Information 202-021

Die Prüfung von Schultafeln

In Schulen hat Sicherheit die höchste Priorität.
Durch regelmäßige fachgerechte Prüfungen von Schultafeln wird sichergestellt, dass die Sicherheitsbestimmungen erfüllt sind.

Die Sicherheitsanforderungen an verwendete Lehrmittel und Schulinventar sind hoch. Schulen tragen die Verantwortung für sichere Gestaltung des Lehrprozesses, den Gesundheitsschutz der Schüler/-innen und Lehrer und müssen dafür sorgen, dass die physischen Lehrmittel im ordnungsgemäßen Zustand sind und zweckgemäß verwendet werden.

Prüfung von Schultafeln – Sicherheit im Lehrprozess

Lehrmittel, zu denen auch Schultafeln zählen, ermöglichen einen sicheren Lehrprozess, nur wenn sie den Sicherheitsanforderungen entsprechen. Schultafeln werden in jedem Unterricht gebraucht.

Im Schulalltag sind sie erheblichen mechanischen Beanspruchungen ausgesetzt. Normalerweise wird eine Schultafel an der Wand des Unterrichtsraums befestigt. Eine defekte Schultafel; defekte, gelockerte oder unsachgemäß angebrachte Befestigungen sowie Fehlnutzung der Schultafel stellen für Schüler/-innen und Lehrkräfte ein großes Sicherheitsrisiko dar.

Mobile interaktive Whiteboards, Bildschirme mit Touchscreen-Funktion und weitere interaktive Systeme, die die Schultafel-Funktion mit enthalten und die Rolle einer herkömmlichen Schultafel übernehmen, kommen in Schulen immer häufiger zum Einsatz. Bei missbräuchlicher Nutzung können nicht bewegliche Teile beschädigt sein.

Zur sicheren Nutzung müssen solche Geräte nicht nur mechanisch, sondern auch elektrisch gesichert werden.

Risiken identifizieren und beseitigen durch eine Prüfung von Schultafeln.

Es kann zu schweren Unfällen kommen, wenn eine Schultafel mit Gewicht von ca. 300 kg wegen eines Mangels, Schadens
oder Montagefehlers herabstürzt. Auch scharfkantige Tafelteile, beschädigte Leisten oder zerbrochene Glasschreibfläche sind
gefährlich und können Schnittwunden und Verletzungen verursachen.

Extrem lange Nutzungsdauer der Schultafel, Versagen der Wandbefestigung, ungeeignete Wände in unsanierten Altbauten
rufen genauso schwere Unfälle hervor. Um solche Risiken auszuschließen, muss eine Prüfungen von Schultafeln regelmäßig
und fachgerecht durch Fachpersonal durch geführt werden!

Prüfung von Schultafeln – Was ist bei der Montage zu beachten?

Der sichere Betrieb einer Schultafel beginnt mit ihrer professionellen, fachgerechten Montage. Geeignete Befestigungsmittel
müssen ausgewählt werden, die zum jeweiligen Wandtyp am besten passen. Leicht- oder Altbauwände mit sandendem Mörtel
und niedriger Mauerfestigkeit erfordern zusätzliche Befestigungsmittel und spezielle Befestigungstechnik.

Altbauwände erfordern spezielle Dübel und müssen mit Lastverteilungen oder Ankerschrauben gestärkt werden.
Bei Leichtbauwänden sind auch die Lastaufnahmen in der Wand einzurichten. Es ist ratsam, der Montageanleitung
des Tafelherstellers zu folgen, um die richtigen Befestigungsmittel auszuwählen.
Sowohl die Mauerfestigkeit als auch die Bauart der Tafel müssen beachtet werden, weil diese beiden Faktoren die Befestigungstechnik bestimmen.

Schultafeln lassen sich nach den folgenden Typen differenzieren: Klapp-Schiebetafel mit
Wand-/Bodenbefestigung (die klassische Schultafel); Pylonentafeln (mit seitlichen Standsäulen); ortsbewegliche Tafeln (Klapp-Schiebetafeln mit Rolluntersatz und Wandbefestigung); moderne interaktive Tafelsysteme mit Whiteboards und Displays (mit ähnlichen Wandbefestigungen und Tragkonstruktionen ausgestattet).

Welche rechtliche Grundlage gilt für die Prüfung von Schultafeln?

Die DGUV Information 202-021 stellt die rechtlichen und technischen Informationen zusammen, die bei
Installation, Anwendung, Instandhaltung und Schultafelprüfung beachtet werden müssen.

Die seit 2002 geltende Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) definiert Richtlinien, Vorschriften
und technische Regeln, die zur Betriebssicherheit und zum Schutz der Gesundheit zu beachten sind. Für Arbeitsmittel, bei denen
Gefährdungen oder gesundheitlich schädigende Einflüsse bestehen können, wurde mit BetrSichV eine obligatorische Prüfpflicht von solchen Arbeitsmitteln eingeführt.
Für Organisationen und Unternehmen sind diese Vorschriften verpflichtend.

Gemäß § 14 BetrSichV1 zählt die Schultafel zu Arbeitsmitteln und muss regelmäßig durch eine befähigte Person geprüft werden.
Ergänzend fordert § 10 BetrSichV1 entsprechende Instandhaltungsmaßnahmen für Arbeitsmittel, ggf. auch für Schultafeln.
Im Auftrag der Schulleitung werden der Umfang der Schultafelprüfung und die Prüffristen anhand
 der Gefährdungsbeurteilung (§ 3 BetrSichV1) ermittelt und festgelegt.

Auch die Anforderungen an die prüfende Person werden festgelegt.

In welchem Umfang und von wem wird die Schultafelprüfung durchgeführt?

Die regelmäßige fachmännische Hauptuntersuchung durch eine befähigte Person ist die Voraussetzung
für die sichere Nutzung der Schultafel. Die Prüfung von Schultafeln nach DGUV Information 202-021 umfasst eine
Sichtprüfung und eine detaillierte Begutachtung aller Tafelkomponenten, Montageeinrichtungen und Befestigungen.

Diese Tätigkeit erfordert entsprechende Fachkenntnisse, Aus-/Fortbildung und Erfahrungen und darf anforderungs- und fachgerecht
nur von einem Fachunternehmen oder einer entsprechend ausgebildeten Person ausgeführt werden.

Auch zwischen den geplanten Prüfterminen kann es zu Beschädigungen oder Fehlnutzung kommen, so dass neue schwere
Mängel entstehen können, die unmittelbar behoben werden müssen. Damit auch diese Mängel rechtzeitig erkannt
werden, wird die Hauptuntersuchung durch weitere Prüfungen ergänzt. Die Identifizierung von neuen Mängeln erfolgt d
urch regelmäßige Sicht-/Funktionskontrolle der Tafel und liegt in der Verantwortung der Lehrerkraft.

Erkennt die Lehrkraft bei der Tafelnutzung Schäden (z.B. Schrägstellung des Tafelkörpers), Funktionsstörungen (z.B. schwergängige Höhenverstellung),
auffällige Quietschgeräusche oder gelockerte Wandbefestigungen, müssen solche schwerwiegende Mängel sofort der Schulleitung gemeldet werden.
Es ist auf folgende Mängel zu achten, die sich leicht feststellen lassen: fehlende oder beschädigte Teile, Quetsch-/Scherstellen, Verformungen
und visuell identifizierbare Defekte, gelockerte Schrauben oder Verbindungen, auffällige Geräusche, Funktionsstörungen.
Bei festgestellten Mängeln muss die Schulleitung sofortige Sicherungsmaßnahmen ergreifen, damit niemand verletzt wird.

An die Sicht-/Funktionsprüfungen, die dem Identifizieren offensichtlicher Mängel dienen, werden keine besonderen fachlichen
Anforderungen gestellt. Trotzdem bekommen Lehrkräfte Unterweisungen zur korrekten Nutzung der technischen Arbeitsmittel
wie Schultafeln sowie zur Durchführung der regelmäßigen Sicht-/Funktionsprüfungen.

Die Sicht-/Funktionsprüfungen der Schultafeln erfolgen in deutlich kürzeren Intervallen als die Hauptuntersuchungen, zum Beispiel monatlich.
Den identifizierten Fehlstellungen, Funktionsstörungen oder auffälligen Geräuschen muss unbedingt nachgegangen werden, bevor es zu einem Unfall oder einer Verletzung kommt.

Wie oft müssen Hauptuntersuchungen und Sicht-/Funktionsprüfungen durchgeführt werden?

Da Schultafeln ein beachtliches Gefährdungspotential haben (insbesondere durch unsachgemäße Nutzung, großes
 Gewicht und schwache Wände) und erhöhten Sicherheitsanforderungen unterliegen, haben sich jährliche Hauptuntersuchungen
für Schultafeln als angemessen erwiesen. Je nach Betriebsbedingungen in Unterrichtsräumen, Tafeltypen und Wartungsanforderungen
können sich auch kleinere Prüfintervalle ergeben.

Für Sicht-/Funktionsprüfungen sind Intervalle von 1-3 Monaten praxisgerecht. Es ist jedoch zu vermeiden, dass relativ
kurze Prüfintervalle zu einer vernachlässigten, nur formal durchgeführten Maßnahme führen und zu einer rein bürokratischen
Routine des Ausfüllens des Prüfprotokolls (ohne vollständige Schultafelprüfung) degradieren. Eine Hauptuntersuchung sowie eine
Sicht-/Funktionsprüfung ähneln sich einem technischen Test. Das Ziel eines Tests ist es, nicht das Fehlen der Mängel im Ergebnis zu
begründen, sondern möglichst alle bestehenden Mängel durch die fachgerechte Prüfung von Schultafeln nach DGUV Information 202-021 zu erkennen und aufzudecken.

Vor jeder Nutzung der Schultafel führt die Lehrkraft einen Nutzungs-Check durch. Die Sicht-/Funktionsprüfungen durch
den Schulhausmeister sind zumindest jede drei Monate vorgesehen. Die Hauptuntersuchung durch eine befähigte Fachkraft erfolgt jährlich oder häufiger nach Bedarf.

Der Betreiber der Ausbildungseinrichtung muss die Prüffristen zur Prüfung von Schultafeln nach
DGUV Information 202-021 festlegen. Als Orientierungskriterium können die Mängellisten der bisherigen
Prüfungen zur Festlegung der Prüftermine herangezogen werden. Auch die tatsächlichen Betriebsbedingungen
der Schultafeln (Vandalismusgefahr, hohe Nutzungsfrequenz) können die Prüffristen für Schultafelprüfung beeinflussen.

Welche Anforderungen werden an die befähigte Fachkraft gestellt?

Zur Prüfung von Schultafeln nach DGUV Information 202-021 muss die befähigte Person über die notwendigen Fachkenntnisse verfügen.
Diese orientieren sich an der Berufsausbildung, Berufserfahrung und Berufstätigkeit. Die Person muss eine Berufsausbildung absolviert haben, die der Berufstätigkeit entspricht und es ermöglicht, die erworbenen Fachkenntnisse professionell umzusetzen. Diese Feststellung lehnt sich an die Berufsabschlüsse und Zeugnisse an, die als Nachweis gelten. Die befähigte Person muss sich im Berufsleben mit DGUV-Prüfungen beschäftigen. Eine zeitnahe berufliche Tätigkeit im Umfeld der Prüfung von Schultafeln nach DGUV Information 202-021 und eine entsprechende Weiterbildung sind erforderlich. Wichtig sind auch die technischen Kenntnisse bezüglich der zu prüfenden Objekte.

Bei der Schultafelprüfung müssen die erforderlichen Werkzeuge und Prüf-/Messgeräte verwendet werden. Die technische Dokumentation muss verfügbar sein. Die Bedienungs-, Montage- und Wartungsanleitungen; technische Beschreibung; technische Produktdaten, Funktionen und Merkmale; Einstellwerte und Anweisungen des Herstellers müssen bei der Schultafelprüfung beachtet werden.

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Welche Anforderungen, Richtlinien und Normen gelten bei der Prüfung interaktiver Tafelsysteme?

Die Anforderungen an mechanische Sicherheit interaktiver Tafelsysteme sind: Wandbefestigung, Verbindungen von
Beamer und Beamerarm, Prüfung auf Rissbildung im Beamergehäuse, Lagerung, Zustand der Rollen zum Transportieren
und der Scharniere der Tafelflügeln. Da auch elektronische Boards ein beträchtliches Gewicht haben, ist die Kontrolle
der Wandbefestigung ein wesentlicher Bestanteil der Prüfung von Schultafeln nach DGUV Information 202-021.

Zusätzlich zu den Anforderungen an mechanische Objekte, die bei der Prüfung klassischer Schultafeln gelten, kommen bei
der Prüfung interaktiver elektronischer Tafelsysteme noch die DGUV-Anforderungen der elektrischen Sicherheit hinzu.

Eine regelmäßige VDE-Prüfung von interaktiven Tafelsystemen durch eine befähigte Elektrofachkraft mit geeigneten
Mess- und Prüfgeräten ist zusätzlich erforderlich. Die elektrotechnische Schultafelprüfung ist für Bildungseinrichtungen
und Schulen verpflichtend und erfolgt nach VDE 0701/0702. Die gesetzliche Auflage für die DGUV/VDE Prüfung ist die Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV, § 2 Abs. 6).

Welche Prüffristen gelten für Prüfung interaktiver Tafelsysteme?

Die Prüffristen der DGUV/VDE Prüfung richten sich nach der Bauart des Elektrogerätes (ortsfest / ortsveränderlich)
und nach den Ergebnissen der Gefährdungsbeurteilung gemäß der BetrSichV (§ 3 (1)) und den Technischen Regeln
der Betriebssicherheitsverordnung – TRBS 1111 (Gefährdungsbeurteilung), 2131 (Elektrische Gefährdungen).

Für ortsfeste Anlagen ohne besondere Gefährdung gilt eine Prüffrist von zwei Jahren als angemessen.
Obwohl gemäß der BetrSichV die DGUV V3 Prüffristen für ortsveränderliche Elektrogeräte vom Betreiber
festzulegen sind, hat sich in der Praxis eine jährliche DGUV/VDE Prüfung ortsveränderlicher Geräte bewährt.

Dabei wird es auf Schäden an Kabeln, Kabelverbindungen und -befestigungen, Steckern geprüft und auf korrektes
Funktionieren beziehungsweise Mängel des Systems geachtet.

Die Prüffristen für regelmäßige Prüfungen interaktiver Tafelsysteme im Rahmen der Prüfung von Schultafeln
nach DGUV Information 202-021 sind so festzulegen, dass mögliche Mängel, mit denen im Laufe
des Gerätebetriebes gerechnet werden muss, rechtzeitig festgestellt werden.

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