Was ist die BGV A3 Prüfung?

Ab dem 1. Mai 2014 gilt in Deutschland die DGUV Vorschrift 3, die die BGV A3 Prüfung bei der Berufsgenossenschaft übernommen hat. Die ehemals gültige Unfallverhütungsvorschrift BGV A3 wurde in die DGUV V3 umgewandelt. Für elektrische Betriebsmittel und Anlagen haben beide Vorschriften Gültigkeit.

Warum muss nach DGUV V3 geprüft werden?

Unfälle, die durch defekte elektrische Geräte oder Anlagen verursacht werden, können großen Schaden nach sich ziehen und Menschenleben gefährden. Durch die BGV A3 Prüfung werden Unternehmen entlastet, denn nach einer erfolgreichen Prüfung der elektrischen Betriebsmittel, sind sie von der Haftung befreit. Der Großteil der Versicherer verlangt den Nachweis der regelmäßig durchgeführten BGV A3 Prüfung. Viele Versicherer schließen eine Haftung aus, wenn nicht nachgewiesen werden kann, wodurch Unternehmer alleine für den Schaden haften müssen. Werden zum Beispiel eine Betriebsstätte oder Teile von dieser durch einen Brand zerstört, der von einem nicht geprüften Elektrogerät verursacht wurde, ist die Haftung trotz einer Brandschutzversicherung ausgeschlossen. Auch seitens der Berufsgenossenschaften wird eine Haftung ausgeschlossen, wenn Menschen durch ungeprüfte Geräte verletzt werden oder im schlimmsten Fall zu Tode kommen. Die BGV A3 dient der Sicherheit von Menschen, Maschinen und Betriebsstätten.

 

Was wird bei der BGV A3 Prüfung (neu DGUV V3 Prüfung) geprüft?

Bei der BGV A3 Prüfung werden „ortsfeste elektrische Betriebsmittel“ und „ortsveränderliche elektrische Betriebsmittel“ einer regelmäßigen Prüfung durch Fachpersonal unterzogen. „Ortsfeste elektrische Betriebsmittel“ sind solche, die fest angebracht oder nur schwer zu bewegen sind. Zu den ortsfesten elektrischen Betriebsmitteln zählen auch solche, die nur vorübergehend fest angebracht wurden und über bewegliche Anschlussleitungen betrieben werden. Bei „ortsveränderlichen elektrischen Betriebsmitteln“ handelt es sich um elektrische Geräte, die man während des Betriebes bewegen und einfach von einem Ort zu einem anderen verbringen kann, wenn sie an den Versorgungsstromkreis angeschlossen sind. Zu den ortsveränderlichen elektrischen Betriebsmitteln zählen beispielweise Scanner, Drucker, Computer, Kaffeemaschinen, Verlängerungskabel, Papierschredder, Kopiergeräte, elektrische Werkzeugmaschinen, Lötgeräte, Schwingschleifer, Handbohrmaschinen, Sprühpistolen, Ständerbohrmaschinen, Trennjäger, Elektotacker oder Handschweißgeräte. Von diesen elektrischen Geräten kann eine potentielle Gefahr ausgehen, wenn keine regelmäßige BGV A3 Prüfung erfolgt.

Wie erfolgt die BGV A3 Prüfung (neu DGUV V3 Prüfung)?

Alle Maßnahmen im Rahmen werden mit regelmäßig kalibrierten und speziellen Messeinrichtungen durchgeführt. Elektrische Betriebsmittel werden nach einem festgelegten Prüfungsschema geprüft. Im ersten Schritt erfolgt die Sichtprüfung. Hierbei wird festgestellt, ob an dem zu prüfenden elektrischen Gerät äußere sicherheitsrelevante Mängel vorliegen. Bei der Sichtprüfung wird:

  •  der Zustand der Isolierungen geprüft
  •  der Biegeschutz und die Zuglast der Anschlussleitungen geprüft

Im zweiten Schritt der BGV A3 Prüfung erfolgt die Messung. Diese ist abhängig von dem jeweiligen Prüflingstyp sowie der Schutzklassenzuordnung. Es werden die nachstehenden Messungen durchgeführt:

  • Messung des Schutzleiterwiderstandes
  • Messung des Isolationswiderstandes
  • Messung des Berührungsstroms und Ersatzableitstroms
  • Messung des Differenz- bzw. Schutzleiterstroms

Im dritten Schritt werden die jeweiligen elektrischen Geräte auf ihre einwandfreie Funktion hin überprüft. Erst, wenn das jeweilige elektrische Gerät vollumfänglich ordnungsgemäß funktioniert, erhält das Gerät eine Prüfplakette im Rahmen der BGV A3 Prüfung. Im letzten Schritt erfolgt die Dokumentation, die auch als Prüfbericht bezeichnet wird. Alle elektrischen Geräte in einem Betrieb müssen mit Nummern versehen aufgelistet sein. Die Dokumentation muss in schriftlicher Form erfolgen und die einzelnen Geräte aufführen. Zudem muss der Prüfbericht den Namen des Prüfers enthalten und mit einer Unterschrift versehen sein sowie den Termin für die nächste BGV A3 Prüfung enthalten. Die BGV A3 Prüfung sorgt dafür, dass elektrische Anlagen und Betriebsmittel von einer Elektrofachkraft errichtet, geändert, instand gehalten oder betrieben werden. Vor der ersten Inbetriebnahme muss das elektrische Betriebsmittel einer BGV A3 Prüfung unterzogen werden. Ausnahmen bilden Geräte, bei denen der Hersteller das Aufstellen und die erste Inbetriebnahme übernimmt.

BGV A3 Prüfung an einen PC

Wie oft muss die BGV A3 Prüfung erfolgen?

Bei ortsfesten elektrischen Betriebsmitteln muss die Prüfung vor der ersten Inbetriebnahme erfolgen. Auch wenn eine Änderung oder eine Instandsetzung erfolgt ist, muss vor der erneuten Inbetriebnahme eine befähigte Person die BGV A3 Prüfung durchführen. Prüffristen sind anhand einer Gefährdungsbeurteilung für die Wiederholungsprüfung zu ermitteln. Als Richtwert der DGUV 3 V3 gilt eine Prüffrist von sechs Monaten. Befinden sich die elektrischen ortsfesten Betriebsmittel auf einer Baustelle, so kann die Prüffrist auf drei Monate reduziert werden. Wird bei der BGV A3 Prüfung eine Fehlerquote unter 2 % Prozent attestiert, so kann die Prüffrist verlängert werden. Prüffristen der BGV A3 Prüfung:

  • 1 Jahr in Fertigungsstätten, auf Baustellen oder Werkstätten
  • 2 Jahre in Büroräumen oder unter ähnlichen Bedingungen

Diese Richtwerte sind zwar nicht für die Gefährdungsbeurteilung vorgeschrieben, dienen aber als guter Ausgangspunkt für die Häufigkeit.

Wer ist für die BGV A3 Prüfung verantwortlich?

Der Unternehmer oder Betreiber ist alleine dafür verantwortlich, dass sich alle elektrischen Betriebsmittel oder Anlagen in einem ordnungsgemäßen Zustand befinden und die BGV A3 Prüfung regelmäßig erfolgt. Der Betreiber ist weiter dafür verantwortlich, dass die BGV A3 Prüfung von einer Elektrofachkraft durchgeführt wird. Diese Elektrofachkraft kann in jedem Betrieb benannt werden. Alternativ können Betreiber einen externen Dienstleister beauftragen. Falls die Elektrofachkraft betriebsintern bestimmt wird, darf dieser kein Nachteil entstehen.

BGV A3 Prüfung

Was ist eine Elektrofachkraft im Sinne einer BGV A3 Prüfung?

Die Elektrofachkraft muss über eine abgeschlossene Berufsausbildung im Bereich der Elektrotechnik verfügen. Auch Elektroingenieure können die BGV A3 Prüfung durchführen. Die Elektrofachkraft muss bedingend über mindestens ein Jahr Berufserfahrung verfügen. Weiter müssen von der Elektrofachkraft regelmäßige Weiterbildungen nachgewiesen werden, denn nur dadurch ist gewährleistet, dass alle technischen Erneuerungen gekannt sowie beherrscht werden. Die Elektrofachkraft muss die Prüfungen gewissenhaft durchführen und haftet mit dem Namen, der zwingend auf dem Prüfbericht erscheinen muss. Alternativ darf auch eine elektrotechnisch unterwiesene Person unter der Aufsicht der Elektrofachkraft durchführen. Die Prüfung kann während des Betriebes durchgeführt werden und stört den Ablauf nicht.

Ist eine Prüfplakette in einer BGV A3 Prüfung Vorschrift?

Hat ein Betriebsmittel die BGV A3 Prüfung bestanden, kann eine Prüfplakette ausgestellt und an dem Gerät angebracht werden. Die Prüfplakette ist keine Pflicht, erleichtert jedoch den Arbeitsalltag mit den elektrischen Geräten. Durch die Prüfplaketten kann jeder Mitarbeiter zeitnah erkennen, wann die letzte Prüfung erfolgt ist. Trotzdem hat jeder Mitarbeiter die Pflicht, unverzüglich Meldung zu leisten, wenn ein elektrisches Betriebsmittel einen optischen oder funktionellen Mangel aufweist. Dieser ist dem Betreiber zu melden und in das Prüfprotokoll zu schreiben.

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