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Als Mitglied einer Berufsgenossenschaft haben Sie mit Sicherheit bereits von der DGUV Vorschrift 3 gehört. Immerhin ist diese Vorschrift für jeden Unternehmer verpflichtend und stellt so einen wichtigen Teil der unternehmerischen Tätigkeit dar. Da der Gesetzestext der DGUV V3 nicht unbedingt leicht verständlich ist, beantworten wir hier alle Fragen, die diese Vorschrift betreffen.

Was heißt DGUV 3?

Bis 2014 nannte sich die DGUV noch BGV. Diese wurde dann jedoch mit der GUV-V A1 in eine Vorschrift zusammengeführt, wodurch sich der Begriff DGUV-Vorschriften etablierte. Diese Vorschriften gelten als autonomes Recht der Berufsgenossenschaften und sind daher für alle Mitglieder der Berufsgenossenschaften verpflichtend. Insgesamt gibt es 84 Vorschriften der DGUV, wobei die DGUV Vorschrift 3, die vor 2014 als BGV A3 oder VBG4 bekannt war, die Prüfung der in Unternehmen verwendeten Elektrogeräten regelt.

Wer muss sich an die DGUV 3 halten?

Die DGUV 3 ist für alle Unternehmen und öffentliche Einrichtungen gesetzlich vorgeschrieben, um die Sicherheit der vorhandenen elektrischen Anlagen zu überprüfen und sicherzustellen. So muss jedes Unternehmen durch eine anerkannte und normgerechte Prüfung der vorhandenen elektrischen Geräte nachweisen können, dass die Vorschriften der DGUV 3 eingehalten werden.

BGV A3 neu DGUV Vorschrift 3 Prüfer

Was sind die gesetzlichen Grundlagen der DGUV 3?

Die gesetzlichen Grundlagen für die DGUV 3 sind auf die „Berufsgenossenschaftlichen Vorschrift für Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz“ zurückzuführen. Die DGUV 3 ist dabei eine Unfallverhütungsvorschrift, die sich ausschließlich auf die elektrischen Anlagen und Betriebsmittel eines Unternehmens bezieht und wurde bis 2014 noch VBG4 beziehungsweise BGV A2 genannt.

Was sind die Grundsätze der DGUV 3?

Die DGUV 3 besteht insgesamt aus zwei Grundsätzen. Der erste Grundsatz besagt, dass ein Unternehmer dafür Sorge zu tragen hat, dass alle im Unternehmen vorhandenen elektrischen Betriebsmittel und Anlagen den elektronischen Regeln entsprechend installiert, geändert und instand gehalten wird. Er besagt zudem, dass diese Instandhaltung ausschließlich von einer Elektrofachkraft oder unter der Aufsicht und Leitung einer Elektrofachkraft erfolgen darf. Zudem hat der Unternehmer die Pflicht, dafür zu sorgen, dass der Betrieb aller elektrischen Betriebsmittel und Anlagen den elektronischen Regeln nach erfolgt.

Der zweite Grundsatz handelt hingegen davon, was ein Unternehmer zu tun hat, wenn ein Mangel an einem elektrischen Betriebsmittel oder einer elektrischen Anlage festgestellt wurde – sie also nicht mehr den elektronischen Regeln nach der DGUV entsprechen. In einem solchen Fall hat der Unternehmer die Pflicht, den Mangel unverzüglich beheben zu lassen. Sollte von dem Mangel zudem eine dringende Gefahr ausgehen, muss der Unternehmer zudem dafür sorgen, dass das elektrische Betriebsmittel oder die elektrische Anlage nicht weiter verwendet wird, solange der mangelhafte Zustand besteht.

Wann muss eine Prüfung nach der DGUV 3 erfolgen?

Es ist ganz klar festgelegt, wann eine Prüfung nach der DGUV 3 durchgeführt werden muss. So müssen alle elektrischen Anlagen und Geräte vor der ersten Inbetriebnahme auf einen ordnungsgemäßen Zustand geprüft werden. Auch nach einer Instandsetzung oder einer Änderung des elektrischen Geräts oder der elektrischen Anlage ist eine Prüfung verpflichtend. Andernfalls sind bestimmte Fristen festgelegt, die die Zeitabstände zwischen den einzelnen Prüfungen festlegen.

Welche Fristen gelten laut der DGUV 3?

In der DGUV 3 sind feste Prüffristen vorgesehen, an die sich jedes Unternehmen halten muss. So sind elektrische Anlagen und ortsfeste Betriebsmittel alle vier Jahre auf einen ordnungsgemäßen Zustand zu prüfen, insofern keine anderen Fristen vereinbart sind. Die elektrischen Anlagen und ortsfesten elektrischen Betriebsmittel in Anlagen, Räumen und Betriebsstätten „besonderer Art“ (DIN VDE 0100 Gruppe 700), liegt die Prüffrist bei einem Jahr. Jeden Monat geprüft werden hingegen Schutzmaßnahmen in nicht stationären Anlagen, die über Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen verfügen. Differenzstrom-, Fehlerstrom- und Fehlerspannungs-Schutzschalter in stationären und nicht stationären Anlagen hingegen werden über sechs Monate arbeitstäglich auf eine einwandfreie Funktion durch den Benutzer überprüft, indem die Prüfeinrichtung betätigt wird.

Was wird bei der DGUV 3 Prüfung geprüft?

Eine der wichtigsten Fragen ist natürlich, was nach der DGUV 3 eigentlich geprüft werden muss. Dafür gibt es eine relativ einfache Antwort. Geprüft wird nämlich grundsätzlich alles, was in einer öffentlichen Einrichtung oder einem Unternehmen zum Einsatz kommt und mit elektrischer Netzspannung betrieben wird. So müssen alle ortsfesten und alle ortsveränderlichen Geräte und Anlagen in festgelegten regelmäßigen Abständen überprüft und das erhaltene Messergebnis protokolliert werden.

Was sind laut DGUV 3 ortsfeste Geräte und Anlagen?

In der DGUV 3 ist die Rede von ortsfesten Geräten und Anlagen. Damit ist unter anderem folgendes gemeint:

  • Industrieöfen
  • Fräsautomaten
  • Roboter
  • Drehbänke
  • Pressen
  • Lackieranlagen
  • Automaten
  • Schaltschränke
  • Steckdosen
  • Einbauchleuchten
  • elektrische Gebäudeinstallation
  • Sicherungen
  • Konferenz- und Präsentationstechnik
  • Stromverteilungen

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Was sind laut DGUV 3 ortsveränderliche Geräte und Anlagen?

Unter ortsveränderlichen Geräten und Anlagen – wie sie in der DGUV 3 genannt werden – versteht man unter anderem folgende Einrichtungen:

  • Rechner
  • Monitore
  • Kopierer
  • Faxgeräte
  • Drucker
  • Netzteile
  • Kaffeemaschinen
  • Lampen
  • Haartrockner
  • Bohrmaschinen
  • medizinische Geräte
  • Laborgeräte
  • Pflegebetten
  • Mehrfach-Steckdosen
  • Verlängerungsleitungen

Wer führt die DGUV 3 Prüfung durch?

Die Prüfungen nach der DGUV 3 dürfen grundsätzlich nur von einer spezialisierten Elektrofachkraft durchgeführt werden. Daneben besteht aber auch immer die Möglichkeit, dass eine speziell ausgebildete Fachkraft unter der Anleitung einer Elektrofachkraft die Prüfung durchführt. Befindet sich somit ein Angestellter im Unternehmen, der speziell für eine solche Prüfung ausgebildet und zertifiziert ist, kann dieser die Erstinstallation und regelmäßige Prüfungen sowie Wartungen ausführen. Im gegebenen Fall ist dieser speziell qualifizierte Angestellte ebenso in der Lage, eine Erweiterung der Anlagen oder der Betriebsmittel durchführen. Befindet sich jedoch keine zertifizierte Elektrofachkraft im betreffenden Unternehmen, ist der Unternehmer oder der Arbeitgeber verpflichtet, die notwendigen Arbeiten von einer externen Elektrofachfirma durchführen zu lassen. Bei der Beauftragung ist allerdings darauf zu achten, dass die Fachfirma einen Nachweis erbringen kann, der bestätigt, dass die Firma zertifizierte Installationen und Prüfungen nach der DGUV 3 ausführen darf.

dguv v3

Wie läuft die DGUV 3 Prüfung ab?

Unsere erfahrenen Prüfer führen die DGUV 3 Prüfung mit modernsten Messinstrumenten in folgenden Schritten durch:

1. Zunächst führen wir eine Sichtprüfung durch. So können wir feststellen, ob äußere Mängel zu erkennen sind und ob wichtige Beschriftungen fehlen.

2. Nun erfolgt die elektrische Prüfung und Messung. Unter Beachtung der geltenden DIN-Normen messen unsere Messgeräte die folgenden Parameter:

  • Isolationswiderstand
  • Berührungsstrom
  • Schutzleiterwiderstand
  • Schutzleiterstrom
  • Ersatzleiterstrom
  • Differenzstrom

3. Nach der Messung und Abspeicherung der Daten, führen wir als letzten Schritt eine Funktionsprüfung durch.

Welche Vorschriften sind neben der DGUV 3 zu beachten?

Es gibt weitere gesetzliche Vorschriften, die dafür sorgen, dass die festgelegten Regeln der Technik entsprechend den VDE-Bestimmungen ausgeführt werden. Dafür gibt es das Energiewirtschaftsgesetz und das Gesetz über technische Arbeitsmittel.

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