DGUV Vorschrift 3 Prüfer

Warum müssen Unternehmer ortsveränderliche Geräte prüfen lassen?

Jeder Unternehmer ist für die Bereitstellung von sicheren elektrischen Arbeitsmitteln zuständig. Um diesen Zustand zu erreichen und zu halten, sind regelmäßige Prüfungen erforderlich. Dies fordert sowohl das Arbeitsschutzgesetz als auch die Betriebssicherheitsverordnung. Nur durch eine rechtskonform durchgeführte Prüfung ortsveränderlicher Geräte kann der Arbeitgeber nachweisen, dass er dieser Verpflichtung nachgekommen ist. Ein solcher Nachweis kann dann wichtig werden, wenn es im Zusammenhang mit dem ortsveränderlichen Gerät zu einem Arbeitsunfall gekommen ist und die zuständige Berufsgenossenschaft die Dokumentation einsehen möchte, die belegt, wann und wie der Unternehmer ortsveränderliche Geräte prüfen hat lassen bzw. geprüft hat. Kann ein solcher Nachweis nicht erbracht werden, können daraus sowohl strafrechtliche und ökonomische Folgen als auch Ordnungswidrigkeiten entstehen.

Alles über ortsveränderliche Geräte prüfen

Für welche Geräte gilt diese Vorschrift?

Sie müssen ortsveränderliche Geräte prüfen lassen, die unter den Anwendungsbereich fallen. Als ortsveränderliche elektrische Betriebsmittel gelten zum Beispiel handgeführte Elektrowerkzeuge, Leuchten, Verlängerungsleitungen, Netzgeräte, Tischsteckdosen, Geräte der Unterhaltungselektronik, Wasser und Kaffeemaschinen, um die gängigsten Geräte zu nennen. Gemeint sind auch transportable elektrische Arbeitsmittel wie Schweißgeräte und Baustellenkreissägen. Insbesondere durch ihre Mobilität unterscheiden sich diese Geräte von ortsfesten elektrischen Anlagen. Als Definition gilt, dass ortsveränderliche elektrische Arbeitsmittel während ihres Betriebs bewegt oder aber einfach von einem Ort zum anderen verbracht werden können. Die Arbeitsmittel müssen natürlich in einem Zusammenhang mit der unternehmerischen Tätigkeit stehen.

Welche gesetzlichen Vorgaben sind zu beachten, wenn ich ortsveränderliche Geräte prüfen lassen will?

Einschlägige Rechtsgrundlagen für das Prüfen von ortsveränderlichen elektrischen Arbeitsmitteln sind der § 5 des Arbeitsschutzgesetzes und der § 3 der Betriebssicherheitsverordnung. Diese Normen regeln einerseits die Verantwortung des Unternehmens und setzen ihn zugleich in die Pflicht, entsprechende Maßnahmen einzusetzen. Diese Normen werden durch § 10 Absatz 2 der Betriebssicherheitsverordnung ergänzt, die die Maßnahme ortsveränderliche Geräte prüfen als konkrete Aktion benennt. Speziell für die regelmäßigen oder auch wiederkehrenden Prüfungen von elektrischen ortsveränderlichen Arbeitsmitteln sind die Art, der Umfang und die Fristen vom Unternehmen festzulegen.

 

Welche allgemeinen Vorgaben sind für das ortveränderliche Geräte prüfen festgelegt?

Obgleich die neue Betriebssicherheitsverordnung dem Unternehmer viel Spielraum bei der Umsetzung der einzelnen Maßnahmen aus der Verordnung einräumt, gibt es beim ortsveränderliche Geräte prüfen einige allgemeine Vorgaben, die es zu beachten gilt. Dazu zählen insbesondere das geeignete Prüfpersonal, den Ort der Prüfung, die erforderlichen Prüfgeräte und Zubehöre sowie die Dokumentation.

Welche Anforderungen muss das Personal beim ortsveränderliche Geräte prüfen erfüllen?

Damit die Prüfung und auch die Bewertung, ob sich das Gerät in einem ordnungsgemäßen und sicheren Zustand befindet, durchgeführt werden kann, werden an die Qualifikation des Prüfpersonals hohe Anforderungen gestellt. Mit anderen Worten: Nicht jede Person kann ortsveränderliche Geräte prüfen. Auch hier trägt der Unternehmer die Verantwortung für die Auswahl des Prüfpersonals. Nach § 10 der Betriebssicherheitsverordnung muss es sich auf jeden Fall um eine sogenannte befähigte Person handeln. Eine befähigte Person erfüllt hinsichtlich der Berufsausbildung, der beruflichen Praxis und der zeitnahen beruflichen Tätigkeit bestimmte Voraussetzungen. Aus diesen Anforderungen lässt sich schließen, dass es sich bei dem Personal für die Prüfung ortsveränderlicher elektrischer Geräte um eine Elektrofachkraft handeln muss. Als Berufsausbildung kommt für die befähigte Person im Sinne dieser Vorschrift eine elektrotechnische Berufsausbildung in Betracht oder eine vergleichbare Ausbildung. Die einschlägige Berufserfahrung muss für mindestens ein Jahr vorliegen und die zeitnahe berufliche Tätigkeit beinhaltet Kenntnisse über die einzelnen Prüfaufgaben und -abläufe.

Wie sind die Prüfungen für ortsveränderliche elektrische Arbeitsmittel durchzuführen?

Wer ortsveränderliche Geräte prüfen will, muss auch organisatorisch einige Bedingungen beachten. Für die fachgerechte Durchführung der Prüfung ist jedoch in erster Linie die bestellte befähigte Person verantwortlich. Dabei muss jederzeit gewährleistet werden, dass ein Schutz gegen Lichtbogenbildung und elektrischen Schlag gewährleistet ist. Zudem muss das benutzte Prüfgerät und das entsprechende Zubehör für die Prüfung geeignet sein.

Alles über ortsveränderliche Geräte prüfen DGUV Vorschrift 3 bzw. BGV A3

In welchem Umfang muss man ortsveränderliche Geräte prüfen?

Zu den regelmäßigen Schritten, die bei der Prüfung ortsveränderlicher elektrischer Geräte vorzunehmen sind, gehören die Sichtprüfung und das Messen. Darüber hinaus sollten die Geräte einer Funktionsprüfung und einer Erprobung ausgesetzt werden. Zum Prüfumfang zwingend gehören die Dokumentation der Prüfung und der Ergebnisse sowie die Kennzeichnung der geprüften Geräte, die Auswertung und die Festlegung eines neuen Prüftermins.

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Wie geht man vor, wenn man ortsveränderliche Geräte prüfen möchte?

Grundsätzlich ist es zu vermeiden, die Geräte für die Prüfung zu öffnen. Ausnahmen von dieser Regel liegen vor, wenn der Hersteller dies ausdrücklich so fordert oder wenn es durch einen Unfallversicherungsträger so vorgeschrieben wird. Eine Öffnung des Gerätes ist dann opportun, wenn der begründete Verdacht auf einen Sachmangel vorliegt. Der erste Schritt beim ortsveränderliche Geräte prüfen ist die Sichtkontrolle. Dabei geht es darum, augenscheinliche Mängel festzustellen. Mithin lassen sich hier äußerlich erkennbare Mängel und Schäden feststellen. Dies können zum Beispiel Leitungen sein oder defekte Steckvorrichtungen. Als zweiter Prüfschritt kommt das Messen zum Zuge. Das Messen bzw. das Ergebnis des Messens belegt, ob die eingebauten Schutzvorrichtungen gegen einen elektrischen Schlag wirksam sind. Durch die Messergebnisse kann überprüft werden, ob die Grenzwerte eingehalten und die Ergebnisse für das Gerät typisch sind. Gemessen werden in der Regel der Schutzleiterwiderstand, der Isolationswiderstand und der Schutzleiter- und Berührungsstrom sowie das Messen der Ausgangsspannung.

Prüfer beim messen eines elektrischen Betriebsmittels nach DGUV Vorschrift 3 bzw. BGV A3

Der folgende Schritt ist die Funktionsprüfung. Bei der Funktionsprüfung oder Erprobung werden Sicht- und Funktionsprüfungen an den Schaltern, Leuchten, Schutz- und Regeleinrichtungen durchgeführt.

Zu welchen Anlässen sind ortsveränderliche Geräte zu prüfen?

Neben der regelmäßigen oder wiederkehrenden Prüfung von ortsveränderlichen Geräten sind diese auch vor der ersten Inbetriebnahme zu prüfen. Auch diese Prüfung stellt eine wirksame Maßnahme im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung dar. Sie braucht dann nicht vorgenommen werden, wenn der Hersteller die Erstprüfung selbst durchgeführt hat und dies nachweisen kann. Ortsveränderliche Geräte prüfen ist auch dann erforderlich, wenn das Gerät selbst stark verändert oder mit diesem Gerät ein Vorfall erfolgt ist.

Welche Fristen sind beim ortsveränderliche Geräte prüfen zu beachten?

Es sind vom Gesetzgeber keine besonderen Fristen vorgegeben. Dies bedeutet jedoch nicht, dass die Prüffristen für die Prüfungen ortsveränderlicher Geräte einfach willkürlich gewählt werden dürfen. Vielmehr ist das Festlegen der Prüffristen ein wesentlicher Bestandteil der in der Gefährdungsbeurteilung vorzunehmen Maßnahme zur Gefährdungsabwehr. Dabei sind nach der Art des Gerätes auch die begleitenden Umstände zu betrachten. Zum Beispiel die Intensität der Nutzung, der Ort oder die Orte, an denen das Gerät benutzt wird, die Hinweise des Herstellers, die Einflüsse von Witterung und Umwelt, denen das Gerät ausgesetzt ist und der Verschleiß oder Vorschädigungen des Gerätes. Diese Merkmale sind nicht abschließend. Bei der Festlegung der Prüffristen können Sie sich an den Empfehlungen der Unfallversicherungsträger richten. Dazu gibt es zum Beispiel die TRBS 1201, eine technische Regel, die für bestimmte Geräte Fristen empfiehlt.

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Was ist bei der Dokumentation der Prüfung ortsveränderlicher Geräte zu beachten?

Das Ergebnis der Prüfung ortsveränderlicher elektrischer Geräte ist in jedem Fall zu dokumentieren. Wer ortsveränderliche Geräte prüfen muss, der hat sich über eine geeignete Dokumentation Gedanken zu machen. Dabei sind bestimmte Vorgaben und Inhalte zu beachten, andernfalls ist das ortsveränderliche Geräte prüfen nicht rechtskonform erfolgt. Zu den Vorgaben zählen das Prüfdatum und der Umfang der Prüfung. Die Ergebnisse der Messung und die Bewertung des Gerätes ist ebenfalls in die Dokumentation beim ortsveränderliche Geräte prüfen aufzunehmen. Die Dokumentation ist mindestens bis zur Durchführung der nächsten Prüfung aufzubewahren und auf Verlangen der Unfallversicherung vorzulegen. Ein solches Verlangen kann zum Beispiel bei der Untersuchung eines Arbeitsunfalls gestellt werden. Nur eine ausführliche Dokumentation wird dabei als rechtsgültig anerkannt.

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