Befähigte Person nach dguv vorschrift 4

Alle Arbeitgeber, gleich ob aus der Privatwirtschaft, der öffentlichen Hand oder Organisationen und Einrichtungen, sind verpflichtet für ein sicheres Arbeitsumfeld zu sorgen. Das trifft unter anderem auch auf die Verwendung von Arbeitsmitteln wie Werkzeuge, Geräte, Maschinen und überwachungsbedürftigen Anlagen zu. Dafür sind bestimmte Vorschriften und Regeln notwendig.

Was sind die UVV?

Die Abkürzung UVV bedeutet Unfallverhütungsvorschriften. Sie beinhalten alle den Arbeitsschutz betreffenden Regeln und Maßnahmen zum Betrieb von Arbeitsmitteln und überwachungsbedürftigen Anlagen. Kurz gesagt regeln die UVV alle Maßnahmen und Prozesse, die zur sicheren Handhabung von technischen Arbeits- und Betriebsmitteln notwendig sind. Die Unfallverhütungsvorschriften stellen die für Arbeitgeber und Versicherten gleichermaßen verbindlichen Vorschriften für Arbeits- und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz dar. In Deutschland werden sie von den Berufsgenossenschaften, die Träger der gesetzlichen Unfallversicherung, erlassen und vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales als Fachaufsicht genehmigt.

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Welche Bereiche umfassen die UVV?

Zu den wichtigsten Gebieten der Unfallverhütungsvorschriften gehören alle Maßnahmen, die zur Verhütung von Arbeitsunfällen. Berufskrankheiten sowie arbeitsbedingter Gesundheitsgefährungen dienen.
Ein weiterer wichtiger Bereich sind Vorschriften für das Verhalten der Versicherten, die Arbeitsunfälle, Berufskrankheiten und arbeitsbedingte Gesundheitsgefährdungen verhindern sollen.
Ebenfalls zu den Unfallverhütungsvorschriften gehören arbeitsmedizinische Maßnahmen und Untersuchungen, die vor, während und nach Arbeiten, die für Versicherte oder Dritte mit Gefahren für Leben oder Gesundheit verbunden sind, durchgeführt werden müssen.
Im vierten Bereich der UVV sind die Voraussetzungen geregelt, die der Arzt zur Durchführung der arbeitsmedizinischen Maßnahmen zu erfüllen hat.
Laut UVV hat das Unternehmen eine wirksame Erste Hilfe sicherzustellen.
Zu den Unfallverhütungsvorschriften gehören auch alle Maßnahmen, die der Unternehmer zur Erfüllung seiner Pflichten, aus dem Gesetz über Betriebsärzte, Fachkräfte für Arbeitssicherheit und Sicherheitsingenieure, zu treffen hat.
In den UVV wird auch die Zahl der im Unternehmen tätigen Sicherheitsbeauftragten festgelegt. Diese Zahl richtet sich nach Art und Ausmaß der Gefährdung sowie der Zahl der Beschäftigten.

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Wer ist für die Umsetzung der Unfallverhütungsvorschriften verantwortlich?

Die Verantwortung obliegt dem Arbeitgeber oder Betreiber der Betriebsmittel oder Personen, die dem Arbeitgeber gleichgestellt sind. Dabei handelt es sich um alle Personen, die eine überwachungsbedürftige Anlage verwenden, ohne selbst Arbeitgeber zu sein und auch Auftraggeber bei Heimarbeit und Telearbeitsplätzen. Der Arbeitgeber kann seine Pflicht zur Umsetzung der Unfallverhütungsvorschriften an Sachverständige und befähigte Personen delegieren.

Wer sind diese Personen?

Sachverständige sind alle, die aufgrund ihrer fachlichen und produktspezifischen Ausbildung genügend Kenntnisse auf dem Gebiet der Prüfung hat. Er muss mit den staatlichen Vorschriften zum Arbeitsschutz und zur Unfallverhütung vertraut sein sowie allgemeine Richtlinien und Regeln, wie sie in den DIN Normen, VDE Bestimmungen und EU Regelungen festgelegt sind, vertraut sein, so dass er in der Lage ist, den arbeitssicheren Zustand der Arbeitsmittel zu beurteilen.
Eine befähigte Person ist jemand, der durch seine Ausbildung, Erfahrung und aktuell ausgeübte berufliche Tätigkeit die notwendigen Kenntnisse zur Prüfung der Arbeitsmittel verfügt. Sachverständige und befähigte Personen müssen ihre Befähigung zur Prüfung durch die regelmäßige Teilnahme an Schulungen und qualifizierenden Maßnahmen belegen können.

Wie oft erfolgt die UVV Prüfung?

Früher hatte der Gesetzgeber angeordnet, dass eine UVV Prüfung einmal pro Jahr zu erfolgen hat. Jetzt ist geltendes Recht, dass die UVV Prüfung mindestens in jährlichen Abstand zu erfolgen hat. Der Arbeitgeber ist verpflichtet, eine individuelle Gefährdungsbeurteilung zu erstellen und die Prüfung , falls notwendig, in kürzeren Zeitabständen durchführen zu lassen.

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Warum ist die UVV Prüfung notwendig und was passiert dabei?

Die regelmäßig wiederkehrende Prüfung ist notwendig, weil Arbeitsmittel im Laufe der Zeit Veränderungen durch Verschleiß oder Korrosion unterliegen. Auch Instandsetzungsarbeiten können solche Veränderungen bewirken und eine UVV Prüfung nach sich ziehen. Bei der Prüfung wird zunächst der aktuelle Zustand der Arbeitsmittel ermittelt. Dieser Ist-Zustand wird mit dem so genannten Sollzustand verglichen und die Abweichungen dokumentiert. Die Betriebserlaubnis wird erst erteilt, wenn der Ist-Zustand mit dem Sollzustand übereinstimmt. Das erfolgreiche Bestehen der Prüfung wird durch das Anbringen einer Plakette belegt.

Konkret gesagt bedeutet eine UVV Prüfung, dass der Zustand aller dem Verschleiß ausgesetzten Bauteile wie Bremsen, Kupplungen, Rollen und Räder beurteilt wird. Die Funktion aller für den Arbeitsschutz wichtigen Bauteile und Bedienelemente wie Notausschalter, Warneinrichtungen, Bewegungsbegrenzer, Verriegelungen und ähnliches wird getestet und die allgemeine Eignung des Arbeitsmittels für den beabsichtigten Einsatzzweck wird überprüft. Der Arbeitgeber muss nachweisen, dass er alle arbeitsmedizinischen Maßnahmen zur Verhütung von Unfällen getroffen hat und die Versicherten regelmäßig geschult worden sind. Die gesamte UVV Prüfung wird schriftlich dokumentiert und archiviert.

Welchen Nutzen bringt die UVV Prüfung?

Für die Versicherten ist der Nutzen dieser Prüfung offensichtlich. Wären sie dazu gezwungen, mit unsicheren Arbeitsmitteln umzugehen, würden sie die Gesundheit, ja sogar ihr Leben riskieren. Durch die regelmäßig durchgeführten Prüfungen wird dieses Risiko so gering wie möglich gehalten.
Auch der Arbeitgeber profitiert letztendlich von der UVV Prüfung. Er ist nämlich vom Gesetzgeber dazu verpflichtet, alle Arbeitsmitteln in einem technisch sicheren Zustand zu halten und alle Maßnahmen zu treffen, um gesundheitliche Gefährdungen für die Versicherten zu verhindern oder zu beseitigen. Versäumt er diese Maßnahmen, haftet er mit seinem Privatvermögen für alle Schadensersatzansprüche der Versicherten, darunter zum Beispiel Kosten für die medizinische Behandlung, für den Verdienstausfall, Schmerzensgeld, Erwerbsunfähigkeitsrente oder im schlimmsten Fall die Hinterbliebenenrente.
Die UVV haben für den Unternehmer bzw. Arbeitgeber auch einen direkten ökonomischen Nutzen. Sie reduzieren die Ausfallzeiten von Maschinen, verringern den Verschleiß und Verlängern die Lebensdauer der Betriebsmittel. Zudem wirken sich die regelmäßig durchgeführten Prüfungen positiv auf die Versicherungsprämien aus.

Viele kleine und mittelständische Unternehmen haben nicht die nötigen Sachverständigen und befähigte Personen, um die UVV Prüfungen selbst durchführen zu können. Damit beauftragen sie deswegen häufig externe Dienstleister mit dieser Aufgabe. Die Dienstleister sind in der Regel bundesweit tätig und haben große Erfahrungen auf dem Gebiet.

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