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Hinter der Abkürzung für die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) steht der Spitzenverband von 27 Unfallkassen und neun gewerblichen Berufsgenossenschaften. Diese versichern zusammen rund 70 Millionen Menschen gegen die Folgen von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten. Die können auch durch ungeprüfte elektrische Gerätschaften entstehen. DGUV Vorschrift 3 regelt die Prüfung von elektrischen Betriebsmitteln und Anlagen, die in Betrieben zum Einsatz kommen. Sie sind in ordnungsgemäßem Zustand zu halten und in regelmäßigen Intervallen von geschultem Fachpersonal zu prüfen.

Was sind elektrische Betriebsmittel und Anlagen gemäß DGUV Vorschrift 3?

Sie erfasst alle Gegenstände, die entweder als Ganzes, oder in einzelnen Teilen zur Anwendung elektrischer Energie dienen. Darunter fällt das Übertragen, Verteilen und Verarbeiten von elektonischen Informationen. Das erfolgt, zum Beispiel, mit Gegenständen der modernen Informationstechnik, oder mit Geräten, die zum Erzeugen und Leiten von elektrischer Energie dienen.

DGUV Vorschrift 3 Maschinen                                 DGUV Vorschrift 3 kaffeemaschine

Was umfasst die Prüfung nach DGUV Vorschrift 3?

Bei Elektrogeräten ihre ordnungsgemäße Funktionsfähigkeit, bei elektrischen Anlagen die gesamte Elektroinstallation. Sie wird gegebenenfalls auf den neuesten Stand der Technik gebracht. Bei elektrischen Maschinen umfasst sie alle Produktionsmaschinen, zum Beispiel in Industriebtrieben ,oder Forschungseinrichtungen.

Wen betrifft die Prüfung nach DGUV Vorschrift 3?

Alle Unternehmer bzw. Arbeitgeber, die maximale Sicherheit für ihre Mitarbeiter im Umgang mit elektrischen Geräten, Anlagen und Maschinen anstreben. Sie sind gemäß Arbeitssicherheits- und Arbeitsschutzgesetz vollumfassend für diese Sicherheit verantwortlich. Zu dieser Verantwortlichkeit gehört die gesamte Organisation einer regelmäßigen Prüfung nach DGUV 3, einschließlich der Auswahl geeigneter qualifizierter Prüfpersonen.

Wer darf die Prüfung nach DGUV Vorschrift 3 vornehmen?

Hier gelten besondere Anforderungen. Erfüllt sie ein Unternehmer/ Arbeitgeber nicht selbst, muss er geeignetes Personal für eine gezielte Prüfung nach DGUV Vorschrift 3 bestellen. Geeignet ist grundsätzlich eine Person, die aufgrund ihrer Berufsausbildung, praktischer Berufserfahrung und der aktuellen, oder zeitnahen beruflichen Tätigkeit in der Lage ist, die Betriebssicherheit von elektrischen Gerätschaften beurteilen zu können. Nur eine solche Person kann eine fachkundige Bewertung des betriebssicheren Zustands von elektrischen Anlagen, Maschinen, oder Betriebsmitteln abgeben. Üblicherweise hat sie eine fachorientierte Berufsausbildung, oder ein Studium elektrotechnischer Art erfolgreich absolviert. Als erforderliche Berufserfahrung gilt die Dauer von mindestens einem Jahr, besser mehr. Darüber hinaus muss die Person über die Bestimmungen nach DGUV V3 Bescheid wissen. Erst, wenn alle Anforderungen erfüllt sind kann diese Person rechtssicher und verantwortungsbewusst die Prüfung vornehmen.

Befähigte Person nach DGUV Vorschrift 3

Welche Fristen gelten für die Prüfung nach DGUV Vorschrift 3?

Grundsätzlich erfolgt diese Prüfung zu bestimmten Anlässen und nach gewissen Fristen. Sie ist, zum Beispiel, üblich vor der ersten Inbetriebnahme von elektrischen Betriebsmitteln, Anlagen oder Maschinen. Das gilt sowohl für ortsfeste, wie für ortsveränderliche Gerätschaften. Sie kann entfallen, sofern der Hersteller den betriebssicheren Zustand versichert.
Ortsveränderliche Betriebsbmittel, vom Computer über die Kaffeemaschine bis zum Winkelschleifer, sind nicht fest an der Verteilung angeschlossen, sondern laufen normalerweise über einen Stecker. Sie unterliegen anderen Prüffristen nach DGUV Vorschrift 3 als ortsfeste Elektrogeräte und Maschinen, vom Backofen über die Drehbank bis zum Schweißautomaten, die fest über die Verteilung angeschlossen sind.
Die ortsveränderlichen Elektrogeräte haben meistens kürzere Fristen. Die Prüfintervalle legt in der Regel die qualifizierte Prüfperson fest. Ebenso das Intervall zur Prüfung ortsfester elektrischer Anlagen und Maschinen. Für die Einhaltung dieser Intervalle ist der Unternehmer/ Arbeitgeber verantwortlich. Die übliche Intervalldauer ist in einer Tabelle der DGUV Vorschrift 3 festgelegt. Sie ist unterschiedlich und richtet sich auch nach einer Fehlerquote, das heißt, nach den bei vergangenen Prüfungen festgestellten Abweichungen von Grenzwerten. Aus diesen Erfahrungswerten ergeben sich maßgebliche Richtwerte für Prüfintervalle.

An welchen Orten ist die Prüfung nach DGUV Vorschrift 3 notwendig?

Überall dort, wo die elektrischen Betriebsmittel Verwendung finden. Grundsätzlich lassen sich hier vier Bereiche definieren, wo eine regelmäßige Prüfung nach DGUV Vorschrift 3 vorgenommen wird:

Produktions- und Industriebetriebe: Die qualifizierten Fachleute prüfen Anlagen und Maschinen normalerweise ohne Störung des Betriebsablaufs. Produktions- und Logistikprozesse laufen weiterhin wie gewohnt ab. Sie würden es nicht mehr, wenn eine elektrische Störung unentdeckt bliebe. Der entstehende Schaden durch so einen Ausfall wäre massiv.

Büro- und Verwaltungsgebäude: Auch hier erfolgt die Geräteprüfung nach DGUV Vorschrift 3 unauffällig ohne Störung des Betriebsablaufs. Der ist zwar ein anderer als in Industriebetrieben, doch die Sicherheit der Mitarbeiter wäre durch elektrische Störungen unter Umständen ebenso gefährdet.

Öffentliche Einrichtungen: Darunter fallen zum Beispiel Schulen, Kindergärten, Universitäten, Forschungseinrichtungen, Kirchen, soziale Einrichtungen usw. Eine regelmäßige Elektroprüfung nach DGUV Vorschrift 3 verhindert, dass irgendwo versteckte Gefahren lauern. Die können auch versehentlich ausgelöst werden, zum Beispiel durch übereifrige Kinderhände.

Kliniken, Pflegeheime, Arztpraxen: Hier bestehen nicht nur mögliche hygienische Probleme. Auch elektrische Probleme können auftreten, die unter Umständen lebensbedrohliche Folgen nach sich ziehen. Eine regelmäßige Sicherheitsprüfung nach DGUV V3 schließt diese Folgen mit höchster Wahrscheinlichkeit aus.

In welchen Einzelschritten läuft eine Prüfung nach DGUV Vorschrift 3 ab?

Grundsätzlich in drei Schritten: Zuerst erfolgt eine initiale Sichtprüfung, dann eine Funktionsprüfung unter vorgegebenen Maßnahmen und Sicherheitsaspekten, schließlich eine Messprüfung einzuhaltender Grenz- und Richtwerte. Der erste Schritt der Prüfung nach DGUV Vorschrift 3 schätzt den allgemeinen Wartungszustand von außen ein und beseitigt die ersten offensichtlichen Mängel. Der zweite Schritt umfasst das Simulieren verschiedener Szenarien, wie zum Beispiel Kurzschluss oder auftretende Gehäusespannung. Alle sicherheitsrelevanten Elemente wie Schutzschalter, Brandhemmer, Erdungssysteme etc. werden hier auf ihre ordnungsgemäße Funktion geprüft. Der letzte Schritt führt zur Prüfung relevanter Messwerte, die wichtig für die Sicherheit des Gesamtsystems sind. Deren Einhaltung stellt den erforderlichen Leistungsumfang sicher.

DGUV Vorschrift 3 prüfer

Sichert eine Prüfung nach DGUV Vorschrift 3 in jedem Falle Mängelfreiheit?

Mit einer Prüfung nach DGUV Vorschrift 3 (ehem. BGV A3 Prüfung) werden selbst kleinste Mängel in der Regel frühzeitig erkannt. Sie anschließend zu beheben ist dann kein Problem. Doch bekanntlich gibt es im Leben keine Hundertprozentige Sicherheit. Es ist nie ausgeschlossen, dass außerhalb eines Prüfintervalls im Laufe der Zeit versteckte Mängel bei elektronischen Gerätschaften, Maschinen oder Anlagen auftreten. Eine regelmäßige Prüfung nach DGUV Vorschrift 3 macht solche Fälle aber äußerst unwahrscheinlich.

 

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