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Die DGUV – wofür steht die Abkürzung?

DGUV steht für „Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung“ und ist der Spitzenverband aller 27 Unfallkassen sowie der neun gewerblichen Berufsgenossenschaften. Dabei wurde der Bundesverband der Unfallkassen (BUK) mit dem Hauptverband der gewerblichen Berufsgenossenschaften (HVBG) zur heutigen Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) zusammengeschlossen.

Wie ist die DGUV organisiert?

Die Rechtsform ist wie bei den Vorgänger-Organisationen ein eingetragener Verein mit Sitz in Berlin. Dieser wurde am 1. Juni 2007 gegründet.
Neben dem Hauptsitz in Berlin, befinden sich in München und Sankt Augustin Standorte zur Verwaltung. Andere Einrichtungen der DGUV sind in Bochum, Dresden, Hennef und Bad Hersfeld zu finden. Es gibt eine Gliederung in sechs Landesverbände. Diese sind rechtlich unselbstständig und sind über ganz Deutschland verteilt: Landesverband Nordost, Nordwest, Mitte, West, Südwest, Südost. Desweiteren hat die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung eine Mitgliedschaft im Netzwerk Europäische Bewegung.

Welche Organe hat die DGUV?

Die Organe der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung sind der Vorstand und die Mitgliederversammlung. Davon arbeiten beide (wie die Selbstverwaltung der Unfallversicherungsträger) in paritätischer Besetzung.
Die Vorstandschaft wird jährlich von der Mitgliederversammlung gewählt und wird alternierend ausgeübt. Diese ist für die Geschäftsführung der DGUV zuständig. Außerdem wählt der Vorstand den Hauptgeschäftsführer. Derzeit sind Manfred Wirsch und Rainhardt von Leoprechting die Vorsitzenden des Vorstandes.
Die Mitgliederversammlung entspricht vom Aufbau und der Funktion einer Art „Parlament“. Dieses Organ kommt regemäßig zur Beratung zusammen und trifft mindestens einmal pro Jahr Entscheidungen in Grundsatzfragen und über die Wahl des Vorstandes.

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Wer sind die Mitglieder?

Die Mitglieder der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (die DGUV) sind neun gewerblichen Berufsgenossenschaften, die nach Branchen orientiert sind, sowie Unfallversicherungsträger der öffentlichen Hand. Die Unfallversicherungen gliedern sich in 16 Unfallkassen, vier Feuerwehr-Unfallkassen, drei Gemeindeunfallversicherungsverbände sowie in die Unfallversicherung Bund und Bahn. Beispiele für gewerbliche Berufsgenossenschaften sind die Berufsgenossenschaft für Verkehrswirtschaft, Postlogistik und Telekommunikation sowie die Verwaltungs-Berufsgenossenschaft. Ein Unfallversicherungsträger ist beispielsweise die Kommunale Unfallversicherung Bayern, die Unfallkasse Nord oder die Feuerwehr-Unfallkasse Brandenburg.

Was sind die Aufgaben der DGUV?

Alle Unfallkassen und Berufsgenossenschaften, die zum Dachverband DGUV gehören, versichern aktuell insgesamt circa siebzig Millionen Menschen. Unter die Leistungen der Versicherungen des Spitzenverbandes fallen unter anderem Versicherungen bei Berufskrankheiten, Arbeits- und Wegeunfällen. Dabei spielt Prävention, Rehabilitation und Entschädigung eine große Rolle.
Prävention versucht, arbeitsbedingte Gefahren, Berufskrankheiten oder Arbeitsunfälle im Vorfeld zu verhindern und im Ernstfall für eine erfolgreiche Erste-Hilfe-Maßnahmen zu sorgen.
Rehabilitation umfasst durch optimale medizinische Versorgung das Wiederherstellen der verlorengegangenen Arbeitskraft und Gesundheit. Zudem fällt die soziale Eingliederung in die Gesellschaft unter den Aspekt der Rehabilitation.
Im Rahmen einer Entschädigung erhält der Betroffene Verletztengeld oder im Falle einer Arbeitsunfähigkeit eine Rente.
Der Dachverband DGUV vertritt seine Mitglieder gegenüber derer Sozialpartner und der Politik sowie gegenüber Institutionen auf Bundes-, Landes-, euröpäischer und internationaler Ebene. Dabei steht die Wahrnehmung und Förderung der gemeinsamen Interessen der jeweiligen Unfallkassen beziehungsweise Berufsgenossenschaften im Vordergrund, um das Wohl der Unternehmen und Versicherten gewährleisten zu können.

Welche Rolle spielen die Landesverbände?

Wie bereits in der Organisation angesprochen, gibt es sechs Landesverbände. Diese sind regional gegliedert, sodass jedes Bundesland in Deutschland einem dieser Verbände zugeordnet werden kann. Weil es etliche Aufgaben gibt, die eine gesetzliche Unfallversicherung zu bewältigen hat, ist es sinnvoll, dass diese nicht jeder Träger einzeln regeln muss. Aus diesem Grund übernehmen die Landesverbände der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung bestimmte regionale, gemeinsame Aufgaben. Die Mitglieder überlassen den Landesverbänden also Aufgaben, die innerhalb eines Landesverbandes nach einheitlichen Grundsätzen bewerkstelligt werden können. Dazu zählen die Bereiche Arbeitsmedizin, Erste Hilfe, Arbeitssicherheit, Prävention und Rehabilitation.

die DGUV elektrischer Betriebsmittel

Weche Aufgaben können das konkret sein, die die Landesverbände der DGUV wahrnehmen?

Einige Beispiele dafür sind die Koordination des Arbeitsschutzes, die Fortbildung der Mitarbeiter der Unfallversicherungsträger, diverse Tätigkeiten zur beruflichen und sozialen Rehabilitation sowie Organisation von Beratung und Betreuung Unfallverletzter, die Einleitung von Maßnahmen im Rahmen der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes oder das Abschließen von regionalen Vereinbarungen mit Leistungserbringern. Dazu kommt das Informieren und Fortbilden von Ärtzten und deren Mitarbeitern, um die ärztliche Versorgung der in der gesetzlichen Unfallversicherung versicherten Personen zu optimieren. Ebenso ist die Organisation der medizinischen Rehabilitation durch Beteiligung von Ärzten, Krankenhäusern, Reha-Kliniken und ambulanter Reha-Einrichtungen an den berufsgenossenschaftlichen Heilverfahrensarten eine Aufgabe der Landesverbände.

Welcher politische Hintergrund steckt hinter der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung?

Ursprünglich haben die Bundesregierung in Zusammenarbeit mit den Bundesländern im Sommer 2006 entschieden, dass ab dem ersten Januar 2008 sowohl der Bundesverband der Unfallkassen (BUK) als auch der Hauptverband der gewerblichen Berufsgenossenschaften (HVBG) zu einer öffentlich rechtlichen Körperschaft zusammengeschlossen werden. Diese Körperschaft würde damit der vollständigen Kontrolle des Staates unterliegen. Das heißt, die Körperschaft hat das Recht, verbindliche Entscheidungen zu treffen, die die Unfallversicherungsträger umzusetzen haben. Zudem war das Ziel der Regierung, einen stärkeren Konkurrenzkampf um Qualität und Wirschaftlichkeit zwischen den einzelnen Unfallversicherungsträgern zu initiieren. Gemeinsame Angelegenheiten der Unfallversicherungsträger würden ebenfalls auf die staatlich kontrollierte Spitzenkörperschaft übergehen. Dieses Vorgehen hätte dazu geführt, dass die gesetzlichen Unfallversicherungen zum Einen weniger Befugnisse hat, und zum Anderen, dass staatlicher Einfluss und Kontrolle auf die Träger enorm gestiegen wäre.
Aus diesem Grund wurde der Spitzenverband der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung am 1. Juni 2007 gegründet. Dabei haben sich unabhängig von Bund und Ländern der Bundesverband der Unfallkassen (BUK) und der Hauptverband der gewerblichen Berufsgenossenschaften (HVBG) zusammengeschlossen. Unterstützt wurde das Vorgehen zum Beispiel durch die Deutschen Arbeitgeberverbände und die Gewerkschaft Verdi.

Welche Institute betreibt die DGUV?

Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung betreibt derzeit drei Institute für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin.
In St. Augustin liegt das Institut für Arbeitsschutz, ein Forschungs- und Prüfinstitut. Sachgebiete im IFA sind die chemischen und biologische Einwirkungen von Staub, Gas und Dampf, die physikalische Einwirkungen auf die Arbeitnehmer, Ergonomie, Epidemiologie, Unfallverhütung/Produktsicherheit sowie fachübergreifende Aufgaben (z. B. Aus- oder Weiterbildungen).
In Dresden befindet sich das Institut für Arbeit und Gesundheit (IAG). In diesem Institut werden Tagungen, Seminare und Workshops rund um Gesundheit und Sicherheit bei der Arbeit entwickelt und angeboten.
Das Institut für Prävention und Arbeitsmedizin (IPA) befindet sich in Bochum. Die Schwerpunkte der Arbeit des Institues sind Erkrankungen der Lungen und der Atemwege, Hauterkrankungen und Erkrankungen des Urogenitaltraktes.

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