Welche Tore müssen nach DGUV geprüft werden?

Nach der DGUV V3 müssen alle pneumatischen, elektrohydraulischen und elektromechanischen Tore und Türsysteme in regelmäßigen Abständen überprüft werden. Dieser E-Check ist notwendig, damit die Betriebssicherheit gewährleistet bleibt. Diese Türsysteme werden auch als Kraftbetätigte bezeichnet.

Wie sieht die Elektrogeräteprüfung nach der DGUV Vorschrift 3 genau aus?

Die DGUV V3 Prüfung wird in mehrere Abschnitte unterteilt:

  • die Sichtprüfung,
  • die Messung,
  • die Erprobung sowie
  • die Dokumentation.

Die Sichtprüfung nach gewährleistet, dass die Gehäuse der Steuerung keinerlei Schäden aufweisen, die den Betrieb der Tritte oder Leitern gefährden könnte. Die dazugehörigen Kabel könnte schadhafte Isolierungen aufweisen. Dadurch kann leicht ein Kabelbrand entstehen.

Die Messung garantiert, dass es zu keiner Überhitzung kommt oder dass Grenzwerte überschritten werden. Die Werte müssen nachvollziehbar in einem Prüfprotokoll dokumentiert werden. Die Erprobung beinhaltet das Ein- und Ausfahren. Darüber hinaus werden natürlich auch die üblichen Schutzmaßnahmen der Steuerung und des Einrastmechanismus kontrolliert. Die Dokumentation ist während der gesamten Prüfung begleitend vorgesehen. Alle Messwerte, gefundenen Mängel und Defekte müssen eingetragen werden. Darüber hinaus enthält das Prüfprotokoll das Datum der gegenwärtigen Prüfung sowie das Datum der nächsten Prüfung und die Unterschrift des Prüfers. Die Dokumentation nach der DGUV hat gerichtssicher zu erfolgen. Das bedeutet, dass sie jeder gerichtlichen Überprüfung standhalten muss. Sie gilt als Beweismittel im Falle eines Unfalls oder Brandes.

Elektroprüfung ortsveraenderlicher Geraete; Tore

Welche Arten von kraftbetätigten Türen und Toren nach der DGUV V3 gibt es?

Im Großen und Ganzen zählen

  • Industrietore,
  • Rollgitter und -tore sowie
  • Flügeltore

dazu. Dabei handelt es sich um Innen- und Außentüren, elektrische, elektrohydraulische und mechanische sowie automatische Türsystemanlagen. Darüber hinaus unterliegen Torsysteme für Einsatzfahrzeuge besonders strengen Regeln.

Die diesbezüglichen Anforderungen sind in der EN 13241-1 festgelegt. Sie betreffen Schranken und Tore von Industrieanlagen und Wohnbereichen. Das betrifft natürlich auch den E-Check von Rolltoren und -gittern. Diese unterliegen durch das Auf- und Abrollen einer hohen Abnutzung. Diese Toren sind üblicherweise mit Sensoren ausgestattet. Sobald sich ein Fahrzeug nähert, stoppt das Rollgitter, sodass es zu keinem Unfall kommt. Das geschieht auch, wenn Fahrer zu ungeduldig werden und während des Aufrollvorganges anfahren.

In diesem Moment ist nach der DGUV vorgesehen, dass das Gitter stoppt. Somit werden Unfälle verhindert. Häufig finden sich auch Schlupftüren, die in Torflügeln eingebaut sind. Diese werden meistens mechanisch betätigt und sorgen für Energieeffizienz. Somit kann keine Wärme entweichen, wenn jemand das Gebäude betritt. Torflügel müssen sich nach der BGV A3 so öffnen und schließen, dass niemand verletzt wird. Diese Art von Türsystemen ermöglicht einen einseitigen Zugang auf das Gelände.

Was wird unter kraftbetätigte Schlupftüren nach der DGUV V3 verstanden?

Das sind Türen, die in Tore eingebaut sind. Sie ermöglichen einen Zugang, ohne dass das ganze Tor geöffnet werden muss. Damit bleibt auch mehr Wärme und somit Energie im Gebäude erhalten. Somit sorgen Schlupftüren für Energieeffizienz.

Was sind automatische Türsysteme nach der BGV A3?

Automatische Türen sind in der DIN 18650-1:2010 sowie DIN 18650-2:2010 geregelt und müssen der Maschinenrichtlinie 2006/42/EG entsprechen. Diese betreffen Karussell-, Drehflügel-, Drehschiebe-, Faltflügel- und Schiebetüren. Diese Türsysteme werden pneumatisch, elektrohydraulisch oder elektromechanisch betätigt.

Rettungswagen sind nach der DGUV V3 gesondert geregelt?

Einsatzfahrzeuge bergen ein besonderes Gefährdungspotential handelt. Deshalb besteht für diese Fahrzeuge eine eigene Richtlinie „automatische Schiebetüren in Rettungswagen“ (AutSchR). Die bauordnungsrechtlichen Anforderungen sind ebenfalls in dieser Richtlinie festgelegt. Nach der DGU V3 enthalten diese auch die Herstellung sowie Prüfung aller pneumatisch, hydraulisch sowie elektromechanisch betriebenen Schiebewägen.

Tore am Rettungswagen

Worin liegt die besondere Gefährdung nach der DGUV Vorschrift 3?

Das erhöhte Gefährdungspotential für Rettungswägen liegt in der ständigen Nutzung, da im Schichtbetrieb gefahren wird. Die Türen werden ständig von verschiedenen Menschen (Patienten, Sanitäter, Ärzte, Angehörige, etc.) betätigt. Jeder muss diese Türen ohne Gefahr öffnen und schließen können. Darüber hinaus müssen auch die Ausrüstung sowie Patienten in Transportstühlen gefahrlos die Türen passieren können. Ältere und vor allem verletzte Personen brauchen länger. Dieser Aspekt stellt einen fixen Bestandteil der Elektrogeräteprüfung dar. Während der Fahrt dürfen sich die Türen nicht automatisch öffnen. Der DGUV V3 Prüfung gewährleistet, dass es während der Fahrt oder des Einsatzes, wenn es schnell gehen muss, zu keinem Unfall kommt.

Die Betriebssicherheit muss sowohl beim Einsteigen, Aussteigen als auch während der Fahrt gewährleistet sein. Darüber hinaus muss nach der DGUV Vorschrift 3 sichergestellt sein, dass der Fahrer durch einen Defekt der Tür während der Fahrt nicht abgelenkt wird. Defekte Türen schränken seine Aufmerksamkeit extrem ein. Alle Gegenstände sind im Wagen fixiert. Jene des Patienten oder der Angehörigen oft nicht. Diese können durch sich plötzlich öffnende Türen hinausfallen. Dadurch können auch Passanten gefährdet oder andere Fahrzeuge beschädigt werden.

Welchen Einflüssen sind kraftbetätigte Tore und Türen ausgesetzt?

Das können bei Außentüren Witterungsverhältnisse, in der Industrie auch Fahrzeuge, wie zum Beispiel Gabelstapler, etc. sein. Nach der DGUV V3 muss sichergestellt sein, dass auch Umgebungseinflüsse wie die Lagerung von Fässern mit Chemikalien oder das Hantieren mit Transportgeräten aller Art in der DGUV V3 Prüfung berücksichtigt wird. Je nachdem welche Art von Risiko der Beschädigung oder der Gefährdung der Sicherheit vorliegt, müssen die Prüfintervalle angepasst werden.

Wie sind die Prüfintervalle für Tore nach der DGUV Vorschrift 3 festzulegen?

Zunächst wird eine Gefährdungsbeurteilung erstellt. Darin fließen alle vorab genannten Risiken nach der DGUV V3 ein. Die Erstprüfung erfolgt durch den Hersteller sowie vor der Inbetriebnahme nach dem Einbau. Dabei wird bei der DGUV Prüfung bzw. VDE Prüfung auch berücksichtigt, ob die entsprechende Dokumentation sowie die Bedienungsanleitung vorliegen. Die DGUV V3 Prüfung dient auch dazu, zu überprüfen, ob Maßnahmen zur Beseitigung bereits festgestellter Mängel auch fristgerecht durchgeführt wurden. Ist dies nicht erfolgt, muss die nächste DGUV V3 Prüfung rascher wiederholt werden. Erst wenn wieder alles in Ordnung ist und den Verpflichtungen nach der DGUV Vorschrift 3 nachgekommen wird, kann die nächste DGUV Prüfung bzw. VDE Prüfung nach einer längeren Pause erfolgen. Die Prüfung ortsveränderlicher elektrischer Betriebsmittel bzw. ortsfester elektrischer Betriebsmittel garantiert die Sicherheit aller im Betrieb befindlichen Menschen.

Einige wichtige Abkürzungen im Zusammenhang mit der DGUV V3 Prüfung:

  • DGUV – Deutscher Dachverband der Berufsgenossenschaften sowie der 27 Unfallversicherungsgesellschaften
  • VDE – Deutscher Verband der Elektrotechniker, Elektroniker und Informationstechniker
  • BetrSichV – Betriebssicherheitsverordnung
  • AutSchR – Automatische Schiebetüren in Rettungswagen

Prüfplakette Tore

Vorteile der Prüfung ortsveränderlicher elektrischer Betriebsmittel bzw. ortsfester elektrischer Betriebsmittel

Der Betreiber oder Eigentümer spart sich viel Zeit und Geld. Die Tore und Türen halten länger. Es kommt zu weniger kostspieliger Reparaturen oder Neuanschaffungen. Wenn die Versicherer sehen, dass der Betreiber seinen Verpflichtungen nach der DGUV Vorschrift 3 nachkommt, verringern sie die Prämien. Außerdem kommt es zu weniger Unfällen und so fallen keine Schadenersatzzahlungen an. Brände und dadurch verursachte Betriebsstillstände werden ebenfalls verhindert. Die Mitarbeiter arbeiten lieber in einem sicheren Betrieb.

Fazit

Automatische, elektrische, elektromechanische oder hydraulische Tür- und Torsysteme unterliegen der Prüfung ortsveränderlicher elektrischer Betriebsmittel bzw. ortsfester elektrischer Betriebsmittel. Diese Prüfungen haben in regelmäßigen Abständen fristgerecht wiederholt zu werden. Bei Verhinderung muss ein rascher Ersatztermin festgelegt werden. Versäumnisse können sehr kostspielig werden.

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