Prüfer beim messen eines elektrischen Betriebsmittels nach DGUV Vorschrift 3 bzw. BGV A3

Bei Herstellung von elektrischen Geräten, Anlagen und Maschinen werden verschiedene Schutzmaßnahmen ergriffen und Konstruktionslösungen umgesetzt, damit die Technik dauerhaft zuverlässig und sicher funktioniert. Menschen, die mit dieser Technik arbeiten oder in Berührung kommen, müssen vor Risiken und Gefahren der Elektrizität sicher geschützt sein. Die Elektrosicherheit eines elektrischen Betriebsmittels hängt von verschiedenen Faktoren ab. Nicht nur die vom Hersteller implementierten Sicherheits- und Schutzlösungen, die korrekte Installation und ordnungsgemäße Nutzung elektrischer Betriebsmittel sind für die ausreichende und dauerhaft wirkende Elektrosicherheit verantwortlich. Für die rechtzeitige Erkennung von Schwachstellen und Fehlern in elektrischen Geräten und die Aufrechterhaltung des fehlerfreien Zustands sind regelmäßige technische Überprüfungen nach den geltenden Normen durch eine zugelassene Elektrofachkraft von großer Bedeutung. Die elektrische Sicherheit betrachtet man als ein Komplex organisatorischer und technischer Maßnahmen, die Menschen vor schädlichen und gefährlichen Auswirkungen des elektrischen Stroms, der elektromagnetischen Felder und der statischen Elektrizität während der gesamten Lebensdauer des jeweiligen Betriebsmittels schützen müssen. Der E-Check ist eine der wichtigsten Prüfmaßnahmen, die hilft, mögliche Mängel und Gefahren in elektrischen Geräten rechtzeitig zu identifizieren und so unnötige Risiken und lebensgefährliche Folgen für Menschen durch inkorrekt installierte oder fehlerhaft funktionierende Elektrogeräte zu unterbinden.

Die Elektrosicherheit in einem Haus, einer Wohnung, einem Büro oder einem Unternehmen kann nicht auf einzelne Geräte beschränkt werden. Bei dem E-Check werden alle Geräte ausnahmslos einer normgerechten Prüfung unterzogen. Ist die Anzahl der Elektrogeräte zu groß, erfolgt die Prüfung der Geräte nicht gleichzeitig, sondern nach einem abgestimmten Zeitplan und Konzept.

Durch die regelmäßigen E-Checks wird sichergestellt, dass die Anforderungen der DGUV V3 und die in den VDE-Normen festgelegten elektrotechnischen Regeln und die neuesten Sicherheitsbestimmungen eingehalten sind und alle Elektrogeräte im ordnungsgemäßen und einwandfreien Zustand betrieben werden.

Bei einem E-Check werden die folgenden Werte mit zugelassenen Mess-/Prüfgeräten gemessen, abgespeichert, unter Beachtung der DIN-Normen geprüft und dokumentiert:

– Schutzleiterwiderstand

– Isolationswiderstand

– Schutzleiterstrom

– Berührungsstrom

– Differenzstrom

– Ersatzableitstrom

Der E-Check ist die Prüfung elektrischer Anlagen und die Prüfung ortsveränderlicher elektrischer Betriebsmittel und erfolgt auf Grundlage der folgenden Gesetze, Normen, Vorschriften und Regeln:

– DIN VDE 0701/0702 (Geräteprüfung), 0100-600 und 0105-100 (Anlagenprüfung), 0113-1 (Maschinenprüfung), 0544-4 (Prüfung von Lichtbogenschweißgeräten), 0751-1 (Prüfung von medizinischen elektrischen Geräten/Systemen)

– Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV V3 (früher BGV A3) und DGUV V4 (früher GUV-V A3))

– Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV §3, §14, §15 und §26)

– Technische Regeln der Betriebssicherheitsverordnung (TRBS 1111 (Gefährdungsbeurteilung), 1201 Teil 3 (Instandsetzung an Geräten, Schutzsystemen, Sicherheits-, Kontroll- und Regelvorrichtungen), 1203 (Zur Prüfung befähigte Personen), 2131 (Elektrische Gefährdungen))

– Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG §5 und §6)

E-Check Prüfung

Eine E-Check Prüfung schließt ein die Kontrolle auf korrekte Elektroinstallation und ordnungsgemäßen Zustand des zu prüfenden Betriebsmittels, Prüfung auf mechanische Beschädigungen des Geräts und der Isolation, Prüfung der Wirksamkeit der vorhandenen Schutzeinrichtungen (Messung der Fehlerspannung und des Auslösestroms, Erdungswiderstands- und Isolationswiderstandsmessung), Prüfung der Schutzmaßnahmen bei indirektem Berühren, Sichtprüfung und Funktionscheck.

Die Prüfung umfasst ortsfeste und ortsveränderliche Geräte wie Elektroherde, Kühl- und Gefrierschränke, Kaffeemaschinen, Computer, Bildschirme, Drucker, Kopierer, Aktenvernichter, Video- und Audio-Anlagen sowie Sicherheitseinrichtungen wie Fehlerstromschutzschalter, Personenschutzautomaten und Schutzeinrichtungen in der Verteilung. Bei einem E-Check werden auch Sicherheits- und Kontrollsysteme sowie sämtliche Präsentations-, Kommunikations- und Konferenztechnik geprüft.

Beim E-Check werden elektrische Anlagen und Geräte in regelmäßigen Intervallen anforderungsgerecht durch einen zugelassenen Elektrofachbetrieb geprüft. Die Prüfung umfasst elektrisch betriebene ortsfeste Anlagen und ortsveränderliche Geräte sowie die Dokumentation (das Prüfprotokoll mit den identifizierten und zu behebenden Mängeln), die Prüfplakette mit Monats- und Jahresangaben (bei einer erfolgreichen Prüfung) und dem nächsten Prüftermin.

Ortsfeste Anlagen im privaten Bereich werden alle vier Jahre und in Büros alle zwei Jahre einer Prüfung unterzogen. Für ortsveränderliche Geräte und Betriebsmittel ist eine jährliche Prüfung angemessen. In Betrieben und im gewerblichen Bereich erfolgt die Prüfung der Elektrosicherheit mindestens jährlich und ist gesetzlich vorgeschrieben. Im gewerblichen Bereich (Werkstätte, Produktion) werden ortsveränderliche Geräte und mobile Elektrowerkzeuge, die besonderen Beanspruchungen und Betriebsbedingungen ausgesetzt sind, in kürzeren Intervallen geprüft. Bei Berechnung und Festlegung der Prüffristen werden sowohl die geltenden Anforderungen und Empfehlungen der DGUV Vorschrift 3 berücksichtigt als auch die Art des jeweiligen Betriebsmittels (ortsfestes / ortsveränderliches Gerät) und der Einsatzbereich (Wohnung, Betrieb, Office, Arztpraxis etc.) beachtet. In Sicherheitskritischen Bereichen können die in den Vorschriften empfohlenen Prüfintervalle (Mindestfristen) verkürzt sein.

Die Prüfintervalle hängen davon ab, ob es sich um ortsfeste oder ortsveränderliche Geräte handelt und ob die Geräte privat zuhause oder in gewerbsmäßig in einem Betrieb zum Einsatz kommen. Auch der Betriebsart und die bekannte statistische Fehlerquote des jeweiligen Gerätetyps wirken auf die empfohlenen Prüfintervalle aus. Da ortsveränderliche elektrische Geräte intensiver beansprucht werden als ortsfeste Geräte und in Industriebetrieben häufig extremen und kritischen Betriebsbedingungen wie zum Beispiel schwankenden Wetter-, Feuchtigkeits- und Temperaturbedingungen ausgesetzt sind, müssen ortsveränderliche Geräte und Betriebsmittel in wesentlich kürzeren Intervallen (jede sechs Monate) geprüft werden. Insbesondere auf Baustellen verwendete elektrische Werkzeuge und Maschinen, Kabeltrommeln, Verlängerungskabel und Steckdosenleisten sollen im Rhythmus von drei Monaten geprüft werden.

Durch regelmäßige E-Checks werden mögliche Mängel in Elektrogeräten und Anlagen identifiziert und so potentielle Risiken rechtzeitig erkannt und behoben. Nachdem die Mängel behoben sind, ist man gegen Stromschlag, Überspannung, Überlastung, Brand, Blitzschlag und andere Risiken bestmöglich und effektiv geschützt. Die Wahrscheinlichkeit solcher Risiken wird durch reguläre E-Checks erheblich reduziert, bleibt extrem niedrig und ist praktisch ausgeschlossen. Kommt es dennoch zu einem Schadensfall, so hilft der E-Check bei Klärung der Umstände des Vorfalls mit der Versicherungsgesellschaft. In einem Schadensfall, wenn die Versicherung über die Haftung entscheidet, ist es wichtig nachzuweisen, dass die elektrischen Geräte in einem ordnungsgemäßen Zustand waren. Als der Nachweis gilt das letzte E-Check-Prüfprotokoll, sodass keine weiteren Gutachten eines Sachverständigen notwendig sind. In der Regel schützt der E-Check auch gegen mögliche Schadensersatzansprüche der Versicherer.

Seit dem 1. Oktober 1997 sind Wohnungen und privat genutzte Räume nicht mehr von der Prüfpflicht ausgeschlossen. Obwohl keine explizite Rechtspflicht zur regelmäßigen Kontrolle der elektrischen Anlagen und Geräte auf Elektrosicherheit in Privatwohnungen besteht, verweisen oft Gerichte bei Schadensfällen auf die grundlegenden VDE-Normen und -Richtlinien. Der E-Check gewinnt immer mehr an Bedeutung sowohl bei Haus- und Wohnungseigentümern und als auch bei Mietern. Die Einhaltung der geltenden technischen Vorschriften wird durch den E-Check attestiert. Das E-Check-Zertifikat kann dazu verwendet werden, um mögliche Schadensansprüche beim Gericht abzuweisen oder die finanzielle Entschädigung durch den Versicherungsschutz bei der Versicherung geltend zu machen.

Für Unternehmen und Organisationen ist der E-Check zum Schutz vor Haftungsansprüchen und Schäden verpflichtend. Die regelmäßige normgerechte technische Prüfung aller elektrischen Geräte, Anlagen und Betriebsmittel wurde 1996 vom Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH) eingeführt. Eine erfolgreiche Prüfung bescheinigt, dass die verwendeten elektrischen Betriebsmittel auf Elektrosicherheit geprüft wurden, den Anforderungen der VDE-Normen genügen und bei einem normalen, ordnungsgemäßen Betrieb keine Gefahr darstellen.

Bei der Festlegung der Regeln für die Prüfung der Elektrosicherheit greifen auch Unfallversicherungsträger auf die in der DGUV V3 genannten VDE-Normen zurück. Versicherungen können die Zahlung verweigern, wenn keine aktuelle Prüfung nach DGUV V3 nachweisbar ist. Der E-Check bietet einen solchen rechtskräftigen Nachweis über den ordnungsgemäßen Zustand der verwendeten elektrischen Anlagen und Betriebsmittel. So sind Unternehmen und Organisationen vor Schäden und Haftungsansprüchen geschützt und ersparen sich Ärger bei der Schadenregulierung mit den Versicherungen. Immer mehr Versicherungen anerkennen den E-Check und sein Prüfzertifikat als eine zuverlässig und normgerecht durchgeführte Prüfung der Elektrosicherheit. Durch regelmäßige fachgerechte Prüfungen kann man alle Risiken auf das absolute Minimum reduzieren und in einem aufgetretenen Schadensfall den einwandfreien und vorschriftsmäßigen Zustand des elektrischen Geräts belegen.

E-Check günstig

Fazit

Die Elektrosicherheit hat höchste Priorität sowohl für Privatwohnungen als auch in Unternehmen. Der E-Check basiert auf den aktuellen anerkannten Richtlinien, Normen und Anforderungen und trägt dazu bei, die Elektrosicherheit auf dem erforderlichen Niveau zu halten, diverse Mängel und Fehler in elektrischen Anlagen, Geräten und Installationen präventiv zu erkennen und deren ordnungsgemäßen Betrieb zu gewährleisten.

In Industrieunternehmen bedeuten die regelmäßigen normbasierten E-Check Prüfungen auch einen überzeugenden Wettbewerbsvorteil, weil unnötige Ausfälle der elektrischen Anlagen und Betriebsmittel, hohe Reparaturkosten und Folgeschäden aufgrund mangelnder Wartung vermieden werden. Bei den E-Check Prüfungen im privaten sowie im gewerblichen Bereich werden auch das Optimierungspotential aufgedeckt und die Automatisierungslösungen vorgeschlagen, damit die Energiekosten bei Nutzung der elektrischen Anlagen und Betriebsmittel reduziert werden.

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