Wie oft Leiterpruefung?

Was ist die DGUV V3 Prüfung?

Viele Unternehmer kennen den Begriff: Die DGUV V3 Prüfung. Aber worum handelt es sich hierbei eigentlich genau? Und was muss geprüft werden? Und müssen Prüfergebnisse eigentlich dokumentiert werden? Hier gibt es die Antworten!

Dafür steht DGUV V3

Zunächst einmal: Die DGUV steht für die Deutsche gesetzliche Unfallversicherung. Wie der Name schon andeutet, handelt es sich hierbei um eine Pflichtversicherung, die alle Arbeitgeber in Deutschland zu trage haben und womit wiederum in erster Linie die Arbeitnehmer geschützt werden sollen. Die DGUV möchte mit den zugrundeliegenden Vorschriften so viele Arbeitsunfälle wie möglich verhindern. Deshalb gibt es Grundlagen, an denen sich alle Unternehmer in Deutschland orientieren müssen. Unter anderem ist das die so genannten V3 – Die Vorschrift 3.

Das steht in der DGUV V3

Die V3 umfasst alle Verordnung zur Prüfung ortsveränderlicher elektrischer Betriebsmittel und zur Prüfung ortsveränderlicher Geräte. Was so kompliziert gilt, ist innerhalb der Vorschrift allerdings nicht wesentlich einfacher erklärt. Dort heißt es, es handle sich dabei um „alle Gegenstände, die als Ganzes oder in einzelnen Teilen dem Anwenden elektrischer Energie […] oder dem Übertragen, Verteilen und Verarbeiten von Informationen dienen.“. So ganz einfach ist auch das für den Laien nicht zu verstehen.

Hier folgen einige Beispiele, die elektrische Betriebsmittel und Anlagen und ortsveränderliche Geräte genauer beschreiben:

– sämtliche Haushaltsgerät, z.B. Toaster oder Mixer

– Elektrowerkzeug

– Notebooks

– Drucker

– Mehrfachsteckdosen usw.

Im Allgemeinen: Alle Geräte, die einen Stecker haben und in der Regel auch transportiert werden und nicht immer an derselben Stelle benutzt werden. Alle Geräte also, die ihren Ort verändern.

Welche Prüffristen müssen eingehalten werden?

Wenn ein Gerät zum ersten Mal in Betrieb genommen wird, muss es immer geprüft werden. Das bedeutet, dass von Anfang an die Funktionsfähigkeit gesichert sein muss, bevor ein Gerät, eine Anlage oder ein Betriebsmittel zum Einsatz kommt. Dazu zählt die gewöhnliche Prüfung, ob das Gerät seine angedachte Funktion erfüllt oder nicht (ob also beispielsweise eine Bohrmaschine auch wirklich bohrt). Fallen hier Fehler oder Mängel auf, darf das Gerät zunächst nicht in Betrieb genommen werden. Das darf erst dann passieren, wenn diese Mängel behoben sind.

Nach der ersten Prüfung vor der ersten Inbetriebnahme, werden dann sogenannte Wiederholungsprüfungen fällig. Sie sind in regelmäßigen Abständen durchzuführen. Es gibt von DGUV V3 Prüffristen einen Richtwert von 6 Monaten, d.h. so häufig sollte eine erneute Prüfung stattfinden. Allerdings handelt es sich nur um einen Richtwert, der auch davon abhängt wie hoch die Fehlerquote in der Vergangenheit war. Kam es immer wieder zu Auffälligkeiten oder Mängeln, so ist die Prüfung entsprechend häufiger durchzuführen. Für Baustellen gilt sogar ein Richtwert von nur 3 Monaten, d.h. pro Jahr ist eine DGUV Vorschrift 3 Prüfung vier Mal durchzuführen. Das liegt daran, dass die dortigen Maschinen, Anlagen und Geräte nahezu permanent im Einsatz sind und die Mitarbeiter dort einer viel größeren Gefahr für Arbeitsunfälle ausgesetzt sind, wenn es zu Mängeln an eben diesen Geräten kommt.

Was ist die VDE 0701?

Die Norm, die sich VDE 0701 nennt, regelt die Prüfung und die Dokumentation der Prüfung dieser ortsveränderlichen elektronischen Betriebsmittel und Geräte. Die DIN-Norm sieht vor, dass jeder Unternehmer nachweisen kann, dass die Prüfung nach DGUV V3 auch tatsächlich stattgefunden hat und kann auch die Prüfung an sich dokumentieren. Die Norm legt außerdem fest, wer überhaupt nach DGUV V3 zu einer Prüfung berechtigt ist. Die VDE 0701 stellt es den Unternehmen nicht frei, wie zu prüfen ist, sondern legt einen ziemlich exakten Prüfablauf vor, der eingehalten und dokumentiert werden muss. Auch das dient der Arbeitssicherheit und soll Arbeitsunfälle aufgrund technisch defekter Betriebsmittel, Anlagen und Geräten verhindern.

die DGUV V3 Prüfung Prüfer

Die VDE 07101 ist also ein Teil der DGUV V3, denn sie bestimmt wie zu prüfen ist. Die Vorschrift selbst legt nur fest, DASS geprüft werden muss. Den Umfang und den Ablauf finden Unternehmer dann in der zugrundeliegenden Norm.

Wie läuft die V3 Prüfung ab?

Prüfen darf nicht einfach jeder im Unternehmen. Es muss sich um eine sogenannte elektronisch unterwiesene Person handeln. Diese Person kann nur dann so benannt werden, wenn sie auch tatsächlich durch eine Elektrofachkraft mit der jeweiligen Aufgabe – also der Geräteprüfung nach DGUV V3 – beauftragt und entsprechend eingewiesen wurde. Stellt sich also die Frage, wer eine Elektrofachkraft ist. Und was ist zu tun, wenn diese Elektrofachkraft im eigenen Unternehmen gar nicht beschäftigt wird?

Die Prüfung ortsveränderlicher elektrischer Betriebsmittel kann und darf deshalb nicht von Jedermann durchgeführt werden, weil eben nicht jeder Mangel erkennt und eine Beurteilung des Zustandes nicht möglich wäre. Eine Elektrofachkraft hat eine entsprechende Ausbildung genossen. Dabei kann es sich beispielsweise um Elektriker handeln, aber auch um Personen, die eine entsprechende Weiterbildung gemacht haben. Die DGUV selbst bietet auch Lehrgänge und Weiterbildungen an, sodass sich Mitarbeiter in Unternehmen speziell zur Elektrofachkraft ausbilden lassen können.

Diese Person wiederum kann dann eine Unterweisung vornehmen. Das bedeutet, dass sie eine andere Person (oder mehrere) für die Prüfung ortsveränderliche Geräte und auf die Prüfung ortsveränderlicher Betriebsmittel vorbereitet und den Prüfablauf darlegt. Auch die Dokumentation muss gesprochen werden. Das bedeutet auch, dass die unterwiesene Person die VDE 0701 kennen sollte und sich darüber im Klaren ist, dass sie eine verantwortungsvolle Aufgabe innehat. Der Sinn und Zweck dieser Prüfungen sollte der unterwiesenen Person deutlich gemacht werden. Die DGUV V3 und die VDE 0701 sind Dokumente, die die unterwiesene Person in jedem Fall kennen und verinnerlicht haben sollte. Sollte dies der Fall sein, steht der Prüfung ortsveränderlicher Geräte nichts mehr im Weg. Die Verantwortung für die Unterweisung trägt die Elektrofachkraft. Sie selbst sollte sich von der Qualität der Prüfungen nach DGUV V3 (ehem. BGV A3) immer wieder überzeugen und auch die Dokumentationen im Auge behalten.

die DGUV V3 Prüfung günstig

Deshalb ist die Dokumentation so wichtig

Es ist gut und wichtig, dass die Prüfung regelmäßig stattfindet. Und es ist wichtig, dass die Mängel beseitigt werden, falls diese auftauchen. Was allerdings auch sehr wichtig ist, ist die Dokumentation über die erfolgte Prüfung. Das ist am besten über das Anbringen von sogenannten Prüfplaketten zu erreichen und eine Dokumentation einzelner Prüfschritte. Die meisten Unternehmen führen eine digitale Liste und dokumentieren die erfolgten Prüfungen auf diese Weise. Manche Unternehmen beauftragen eine andere Firma mit dieser Dienstleistung und vergeben den gesetzlichen Auftrag fremd. Auch das ist völlig in Ordnung, denn nicht jedes Unternehmen möchte für die Prüfung elektrischer Betriebsmittel eine teure Fortbildung bezahlen und eigene Mitarbeiter damit beauftragen.

Wichtig ist, dass ein Unternehmen nachweisen kann, dass er geprüft hat – entweder selbst und eigenständig oder durch die Beauftragung eines anderen Unternehmens. Falls es zu einem Arbeitsunfall kommt und sich ein Mitarbeiter verletzt, wird die DGUV bzw. die Berufsgenossenschaft immer hinterfragen, ob eine ordentliche Prüfung ortsveränderlicher elektrischer Betriebsmittel in der Vergangenheit erfolgte oder nicht. Diese Frage stellt sich daher, weil nur so beantwortet werden kann, ob ein Arbeitsunfall hätte vermieden werden können, wäre diese Elektrogeräteprüfung erfolgt.

Jedes Unternehmen ist zu diesen Prüfungen gesetzlich verpflichtet und sollte im Sinne der eigenen Mitarbeiter diesen Auftrag auch sehr ernst nehmen. Nur so können weitere Arbeitsunfälle vermieden werden. Die Arbeitnehmer verlassen sich in ihrem Arbeitsalltag darauf, dass alle Geräte oder Anlagen und alle Betriebsmittel technisch völlig einwandfrei funktionieren und sie keiner unnötigen Gefahr ausgesetzt sind. Hierfür setzt die DGUV sich seit vielen Jahren ein. Nicht umsonst handelt es sich um eine Pflichtversicherung, die sich kein Unternehmen hierzulande freiwillig aussuchen kann. Die DGUV V3 ist demnach eine Vorschrift die im Prinzip jeder Unternehmer kennen sollte – auch wenn die wenigsten Arbeitnehmer mit der DGUV V3 etwas anfangen können. Sie schützt uns alle.

Menü