Tür, Tor und Brandschutztür – worin bestehen die Unterschiede sowie die Relevanz für die DGUV V3 Prüfung?

Wie oft Torprüfung? Was ist aber der Unterschied zwischen einem Tor und einer Tür? Ein Tor schließt Grundstücke, die Gebäude nach außen hin und sind massiv. Türen hingegen befinden sich im Gebäudeinneren und sind nicht so massiv. Brandschutztüren hingegen liegen dazwischen. Sie sind aus massivem Stahl gefertigt und müssen mit einem speziellen Schließmechanismus für den Brandfall ausgerüstet sein.

Normale Wohnungstüren werden natürlich nicht geprüft. Handelt es sich um eine kraftbetätigte Tür innerhalb des gewerblichen oder behördlichen Gebäudekomplexes, unterliegt diese auch der Prüfpflicht. Fabriktore oder Tore, die öffentliche Gebäude, wie Behörden, Krankenhäuser, Museen, etc. nach außen hin abschließen und sichern, unterliegen strengen Sicherheitsauflagen. Brandschutztüren gewährleisten, dass im Falle eines Brandes, der jeweilige Bereich gegen Feuer wirksam abgeschottet wird und sich das Feuer somit nicht mehr weiter ausbreiten kann. Daher ist es unumgänglich, dass Tore und Brandschutztüren einer strengen Prüfung unterliegen. Brandschutztüren werden unter anderem speziell nach der VdS Feuerschutzklausel überprüft. Heutzutage sind Tore mit speziellen elektrischen oder elektronischen Schließmechanismen ausgestattet. Das ist auch ein Grund, warum sie nach der DGUV Vorschrift 3 überprüft werden.

Wie oft Torpruefung?

Welche Regelwerke müssen bei der DGUV V3 Prüfung für Tore berücksichtigt werden?

Wie oft Torprüfung? Tore unterliegen der jährlichen Prüfpflicht nach der DGUV Vorschrift 3, der Arbeitsstättenregel ASR A1.7 sowie der BGR 232. Die DGUV Prüfung sowie VDE Prüfung ist hier anzuwenden, weil es sich um die Prüfung ortsveränderlicher elektrischer Betriebsmittel bzw. ortsfester elektrischer Betriebsmittel handelt. Elektrische oder elektronische Tore sind fix montiert, werden aber nicht-manuell geöffnet. Bei der ASR A1.7 handelt es sich um technische Regeln, die den Stand der Technik, der Arbeitshygiene sowie der Arbeitsmedizin garantieren. Darüber hinaus sind die Bestimmungen der UVV nach der DGUV V3 einzuhalten. Dabei handelt es sich um die Vorschriften der Unfallversicherer.

Warum sind Torprüfungen nach der BGV A3 so wichtig?

In der Fachwelt wird häufig darüber diskutiert, ob das Reversieren der Torflügel nicht ausreicht. Jeder, der schon einmal miterlebt hat, wie schwer es ist, ein elektrisch oder elektronisch gesteuertes Tor im Notfall zu öffnen, das defekt ist, erkennt die Notwendigkeit dahinter. Deshalb ist es auch wichtig, alle relevanten Aspekte schon bei der Einrichtung und Planung zu berücksichtigen. Darüber hinaus sollen die Tore der nächsten Belastung durch Wind und dem Anfahren durch ein Fahrzeug (Firmengelände) standhalten können. Ein Tor ist auch eine Sicherheitsbarriere. Die Soggefahr durch elektrisch oder elektronisch betriebene Tore wird ebenfalls nach der DGUV V3, der ASR A1.7 sowie der UVV überprüft. Im Notfall muss sich ein Tor dieser Bauweise auch manuell öffnen lassen.

Tore sind effizienter Weise überall dort angebracht, wo viele Menschen Eingänge oder Ausgänge passieren. Das heißt aber auch, dass es im Notfall viele Verletzte oder sogar Tote geben kann, wenn es zum Unfall kommt. Auch bei Toren muss nach der DGUV V3 zwischen der Größe, des Zwecks, des Einsatzortes, des Bereiches, der Branche, etc. unterschieden werden.

Die Tore der Feuerwache zum Beispiel stehen im Dauereinsatz und sind riesige, weil die Einsatzfahrzeuge passieren müssen. Diese Fahrzeuge sind mit jeder Menge sperriger Ausrüstung bestückt und auch entsprechend hoch sowie breit. Nach der DGUV Vorschrift 3 müssen sie daher gut passieren können, ohne anzuecken oder langsamer zu werden. Da im Einsatz rasch gehandelt werden muss und nicht gewartet werden kann, bis sich das Tor endlich öffnet oder schließt. Beim E-Check wird natürlich auch überprüft, ob sich die Elektronik des Fahrzeuges nicht mit der Elektronik des Tores sperrt.

Wie oft Torpruefung?

Was genau wird bei der DGUV V3 Prüfung bei Toren überprüft?

Reversieren alleine reicht nicht aus, da es eine Reihe weiterer Kriterien gibt, die bei der DGUV Prüfung bzw. VDE Prüfung berücksichtigt werden müssen. Auch bei Toren gibt es verschiedene Stufen an Sicherheit, die relevant sind. Sind die Schließkräfte zu hoch, kann das Tor trotzdem reversieren. Das Risiko, dass jemand dadurch verletzt wird, ist enorm hoch.

Die Schließkräfte sorgen dafür, dass das Tor fest verschlossen wird. Geht gerade der Schließvorgang vor sich und ein Mensch gerät dazwischen, kann dieser sogar zu Tode kommen, wenn die Kräfte zu hoch sind. Darüber hinaus sind manche Tore und auch Türen mit Sensoren ausgestattet, die bewirken, dass sich in genau so einem Fall kraftbetätigte Türen und Tore automatisch öffnen.

Die Messung der Schließkräfte ist daher besonders wichtig. Dieser liegt bei vertikal bewegten Toren bei 400 N. Das Institut für Arbeitsschutz sowie am Statens Porvningsanstalt (SP) in Göteborg (staatliche Prüfanstalt) wurden Schließkräfte bis zu 400 N als erträglich angesehen. Es kommt nicht nur auf die Verletzungen an, die durch Defekte oder Schäden verursacht werden, sondern auch auf die Schmerzen, die Menschen dadurch erleiden. Neben der menschlichen Seite kommen diese natürlich auch bei den gerichtlichen Schadensforderungen bei Unfällen zum Tragen.

Wie oft Torprüfung? Die Erstprüfung nach der DGUV V3 von Toren

Externe Prüfstellen übernehmen die Erstprüfung der Tore basierend auf der EN 13241-1. Viele Hersteller benennen in ihren Schutzkonzepten Kraftbegrenzungen. Diese müssen natürlich bei der DGUV V3 Prüfung berücksichtigt werden. Die Grenzwerte müssen nach längerem Gebrauch eingehalten werden. Somit bleibt die Sicherheit auch nach Jahren gewährleistet. Bei Toren dieser Art ist besonderes Augenmerk auf die Herstellerangaben zu legen. Im Zweifelsfall sollte dieser kontaktiert werden. Er ist verpflichtet, die notwendigen Dokumentationen bereitzustellen. Im Notfall wird dieser nicht zögern und hilfreich mit Rat und Tat zur Seite stehen. Sollte das Tor mangelhaft gewesen sein, kommt die Produkthaftung zum Tragen. Deshalb wird jeder Hersteller danach trachten, das Unternehmen tatkräftig zu unterstützen.

Wie wird nach der BGV A3 geprüft?

Die Betriebssicherheit steht an oberster Stelle. Deshalb wird gemäß folgendem DGUV V3 Schema vorgegangen:

  • Sichtprüfung – äußere Schäden werden festgestellt
  • Funktionsprüfung – schließen die Tore ordnungsgemäß, werden alle
  • Sicherheitsmaßnahmen eingehalten
  • Messung – Schließkraft, etc. gemessen und mit Grenzwerten verglichen
  • Dokumentation – Prüfprotokoll: Datum der Prüfung, Anlage, Schäden, Mängel, Fristen,
  • Unterschrift des Prüfers, Datum der nächsten Prüfung nach
  • Der DGUV Vorschrift 3

Natürlich wird dabei auch berücksichtigt, ob die Tore hoch und breit genug sind, dass die den Betrieb anfahrenden Fahrzeuge auch gefahrlos passieren können. Die Zeit, in der das Tor schließt, muss darüber ausreichend genug sein, damit die Fahrzeuge ohne Beschädigung durchfahren können. Schäden durch Fahrzeuge oder beim Schließen müssen fristgerecht beseitigt werden. Denn diese bewirken sehr oft ein Verziehen des Tores, sodass dieses nicht mehr richtig schließt.

Wie oft Torpruefung?

Wie oft Torprüfung? Wer darf den E-Check nach der DGUV Vorschrift 3 durchführen?

Befähigte Personen führen die Elektrogeräteprüfung von Toren nach der DGUV V3 durch. Dabei handelt es sich um zertifizierte Elektrofachkräfte mit mindestens einem Jahr Berufspraxis in diesem Bereich. Darüber hinaus verfügen sie über ein Abschlusszeugnis, das sie nach der DGUV Vorschrift 3 zur Prüfung ortsveränderlicher elektrischer Betriebsmittel bzw. ortsfester elektrischer Betriebsmittel ermächtigt.

Auch befähigte Personen müssen regelmäßig Weiterbildungen und Schulungen besuchen und dies jederzeit nachweisen können. Die Erstprüfung muss auf alle Fälle von einem externen Prüfbetrieb durchgeführt werden. Prüfbetriebe können auch jede andere wiederkehrende Elektrogeräteprüfung vornehmen. Die DGUV V3 muss fach- und fristgerecht erfolgen. Nach der DGUV V3 ehemals BGV A3 muss die Prüfung ortsveränderlicher elektrischer Betriebsmittel in regelmäßigen Abständen durchgeführt werden. Diese verändern sich je nachdem, ob es Mängel oder Schäden gegeben hat und ob diese fristgerecht und ordnungsgemäß behoben wurden.

Erklärungen zu den Abkürzungen

  • DGUV – Verband der deutschen Berufsgenossenschaften sowie 27 Unfallversicherungen.
  • VDE – Verband der deutschen Elektrotechniker, Elektroniker und Informationstechniker
  • VdS – VdS Schadenverhütung GmbH ist vor allem für den Personenschutz im Brandfall zuständig.
  • ASR – Arbeitsstättenregel
  • BetrSichV – Betriebssicherheitsverordnung
  • UVV – Unfallverhütungsvorschriften

Die Bedeutung von Zufahrtswegen für Einsatzfahrzeuge und die DGUV V3 Prüfung

Die DGUV V3 Prüfung von Toren sieht vor, dass diese sicher zu bedienen und befahren sind. Auch die An- und Zufahrtswege müssen in Ordnung sein. Das betrifft vor allem

  • die Feuerwehr,
  • Polizei (Sturmtrupps, Tauchereinheit, Sprengkommando, etc.),
  • Rettung,
  • Technischer Dienst, etc.

Die Elektronik des Tores muss kompatibel mit jener der Einsatzfahrzeuge sein. Für Notfälle sollte im Fahrzeug immer eine einsatzbereite Fernbedienung für das Tor vorhanden sein. Aber auch Tore von Logistikunternehmen unterliegen ähnlichen Dauereinsätzen der Tore und der Elektronik sowie Elektrik. Das Prüfprotokoll die wichtigste Unterlage, denn sie gilt rechtlich als Beweismittel vor Gericht.

Wonach richten sich die Prüfintervalle?

Die Prüfung elektrisch oder elektronischer Tore muss einmal jährlich erfolgen. Gab es Zwischenfälle oder wurden Mängel nach Abmahnung nicht, zu spät oder mangelhaft behoben, wird öfter geprüft werden. Diese Torprüfungen dienen der Betriebssicherheit, aber auch der Sicherheit aller im Betrieb und am Gelände befindlichen Personen, einschließlich der Kunden.

Wie oft Torpruefung?

Wie oft Torprüfung? Fazit

Überall dort, wo sich elektrische oder elektronische Tore ständig problemlos öffnen und schließen lassen müssen, müssen regelmäßige Überprüfungen nach der DGUV Vorschrift 3 vorgenommen werden. Gerade für Einsatzfahrzeuge sind diese unerlässlich. Eines der wichtigsten Regelwerke ist dabei die ASR A1.7.

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