Wie funktioniert ein Personenschutzschalter?

Die Prüfung ortsfester elektrischer Anlagen nach DIN VDE 0105 bzw. 0100 von dem Fachmann für elektrische Sicherheitsprüfungen E+Service+Check GmbH

Personenschutzschalter sind Fehlerstrom-Schutzschalter. Diese werden in Verlängerungen, Zuleitungen und in Zwischensteckern genutzt, um für Sicherheit bei Fehlfunktionen zu sorgen. Somit überwacht der Personenschutzschalter, der im Allgemeinen auch als „FI-Schalter“ bezeichnet wird, den Stromkreis. Diese Art von Schutzschalter wird auch Differenzstrom-Schutzschalter genannt. Das IT-System wird ohne Erdung verlegt. Hier dient die Verbindung der leitenden Gehäuse der Verbraucher untereinander als Erde. Somit wird ein Potenzialausgleich geschaffen.

Welche Grundlagen regeln die Handhabung von Personenschutzschaltern?

Seit 2009 besteht die Vorschrift, dass jeder neu eingebaute Stromkreis (Steckdose) mit einem FI-Schutzschalter abgesichert sein muss. Die Verpflichtung für Schutzschalter in Feuchträumen in Neubauten besteht bereits seit 1984. Dazu kommt noch die Einhaltung der DGUV V3.

Wie funktioniert ein FI-Schutzschalter?

Tritt im Stromkreis ein bedrohlich hoher Fehlerstrom gegen Erde auf, schaltet sich der Fehlerstromschutzschalter ein. Es ist die Aufgabe dieses Schutzschalters, solche Gefahren zu erkennen und für eine allpolige Unterbrechung des Stromflusses zu sorgen. Die Reaktion muss in Sekundenschnelle erfolgen. Die Auslösung erfolgt bei einem Fehlerstromfluss von 30 mA. Er löst jedoch nie unterhalb des halben Fehlerstroms aus.

Personenschutzschalter dguvvorschrift4

Wann kann es zu Differenzströmen kommen?

Ein Fehlerstrom fließt durch eine schadhafte Isolierung oder einen menschlichen Körper. Dabei wird die Höhe des hin- mit dem zurückfließen Strom verglichen. Die Überlast wird durch einen RCD ergänzt. Durch die Abschaltung der Spannung werden Unfälle verhindert. Überstromschutzeinrichtungen werden in Stromkreisverteilern naturgemäß vorgeschaltet. Ein RCBO vereint die Funktion des Leistungsschutzschalters mit jener der Fehlerstrom-Schutzeinrichtung in einem Gerät.

Beispiele für das Aktivwerden des Personenschutzschalters

Ist die Isolierung defekt, fließt der Strom über eine schadhafte Stelle. Der FI-Schalter bewirkt, dass der Strom in Sekundenschnelle unterbrochen wird, damit niemand verletzt wird. Gerät eine Person irrtümlich und ungeschützt in einen Stromkreis, wird dieser durch den Personenschutzschalter unterbrochen. Dieselbe Situation gilt für den Föhn, der in die Badewanne fällt. Auch hier wird der Stromkreis durch den Schutzschalter sofort unterbrochen. Das um und auf ist, dass die Abschaltung innerhalb weniger Sekunden stattfinden muss. Im Fall einer Körperdurchströmung kommt es rasch zu Herzkammerflimmern. Das ist eine lebensbedrohliche Situation. Deshalb ist es lebensnotwendig, dass Personenschutzschalter jederzeit und überall funktionsbereit sind. Dies wird durch die vorschriftsmäßige, regelmäßige Elektrogeräteprüfung und Prüfung von Anlagen gewährleistet.

Was sieht die DGUV V3 im Hinblick auf Personenschutzschalter vor?

Die gesetzliche Betriebsmittelprüfung nach BetrSichV/DGUV V3 schützt Leben und reduziert das Gefahrenpotenzial erheblich. Darunter fällt auch die Überprüfung der Personenschutzschalter. Jedes elektrische Betriebsmittel, jede Maschine oder Anlage unterliegt elektrischer, mechanischer und thermischer Beanspruchung. Im Ernstfall unterbricht der FI-Schalter den Stromkreis und die Maschine steht still. Neben der Geräteprüfung werden natürlich auch sämtliche Schutzschalter und Kabelanlagen überprüft. Mangelhafte oder schadhafte Isolierungen waren schon oft Ursache für Kabelbrände. Deshalb wurde die Betriebssicherheitsverordnung in Bezug auf das Risiko des Organisationsverschuldens sowie dem strafrechtlichen Risiko bei der Organisation der Prüfung und der Auftragsvergabe seit dem 1. Juni 2015 verschärft. Darüber hinaus kann bei der Fremdvergabe auch das Auswahlverschulden zum Tragen kommen. Dies gilt nur, wenn der Aufragnehmer nicht seiner Sorgfaltsverpflichtung nachkommt. Deshalb muss sich der Auftraggeber vergewissern, dass auch die nötige Befähigung und Berechtigung gegeben sind. Das strafrechtliche Risiko wird durch rechtssichere Organisation minimiert. Am besten ist es, wenn die regelmäßige Betriebsmittelprüfung nach DGUV Vorschrift 3 zum fixen Bestandteil der Organisation wird.

Wie genau wird eine Prüfung nach der DGUV V3 sowie eine Prüfung ortsveränderlicher Betriebsmittel durchgeführt?

Zunächst erfolgt die Sichtprüfung aller Anlagen und Betriebsmittel. Diese werden auf offensichtliche Mängel und Schäden überprüft. Darunter fällt zum Beispiel auch die Prüfung, ob überhaupt Schutzschalter vorhanden sind. Wenn vorhanden, wird auch die ordnungsgemäße Installation, Handhabung sowie Anzahl und Art geprüft. Dann wird nach der DGUV Vorschrift 3 (ehemals BGV A3) deren Funktionstüchtigkeit unter die Lupe genommen. Gerade bei Not-Aus-Schaltern, Ketten oder Verriegelungen sowie Personenschutzschaltern wird genau überprüft, ob diese auch im Notfall sofort aktiv werden. Darüber hinaus wird eine Messprüfung aller Anlagen und Betriebsmittel durchgeführt, sodass Grenzwerte nicht überschritten werden. Diese hängen immer von der jeweiligen Kategorie ab.

Bei ortsveränderlichen elektrischen Betriebsmittel werden der Schutzleiterwiderstand, der Isolationswiderstand sowie der Berührungsstrom gemessen. Bei den ortsfesten elektrischen Betriebsmitteln werden der Isolationswert, der Schutzleitersystemwiderstand sowie die Abschaltbedingungen gemessen. Dabei handelt es sich elektrische Anlagen und Betriebsmittel, die nur schwer oder gar nicht transportiert werden können. Sonderprüfungen können auf Wunsch oder bei einem bestimmten Verdacht durchgeführt werden. Diese beinhalten den Isolationswert, den Schutzleiterwiderstand sowie die Trafoausgangsspannungen.

prüfung ortsveränderlicher elektrischer betriebsmittel und Personenschutzschalter

Wie erfolgt die Prüfung nach DGUV V3 im Hinblick auf Personenschutzschalter?

Die Prüfung nach DGUV Vorschrift 3 garantiert die Sicherheit der Menschen und des Unternehmens. Die Prüfung dieser Art beinhaltet auch die Personenschutzschalter. Die Anlagenprüfung nach DGUV V3 sorgt dafür, dass potenzielle Fehlerquellen im System sowie an den Geräten und Anlagen rasch erkannt werden. Somit kann die Gefahr von plötzlichen Kabelbränden oder Kurzschlüssen beinahe ausgeschlossen werden. Die Schutzschalter werden auf ihre Funktionstüchtigkeit getestet. Die Kabelanlagen samt den Geräten und Anlagen einer Sichtprüfung unterzogen. Somit können Schäden an den Isolierungen, den Gehäuse oder Schaltern schon im Vorfeld entdeckt und beseitigt werden. Die Prüfung nach der DGUV V3 beinhaltet auch die Funktionstüchtigkeit und Unversehrtheit beweglicher Geräte und Maschinen.

Welche Bedeutung kommt der Dokumentation bei einer DGUV V3 zu?

Bei Anlagenprüfungen sowie der Prüfung ortsveränderlicher elektrischer Betriebsmittel werden auch die Wartungsprotokolle überprüft. Dabei wird genau geschaut, wann die letzte Wartung stattgefunden hat, von wem und was genau geprüft und bemängelt wurde. Darüber hinaus wird auch überprüft, ob Mängel fristgerecht behoben wurden und ob auch das vermerkt worden ist. Die bestehende Dokumentation sollte jederzeit Auskunft über den Zustand einer Anlage oder der Betriebsmittel geben können. Die Anlagenprüfung sowie Prüfung ortsveränderlicher elektrischer Betriebsmittel nach DGUV Vorschrift 3 muss ebenfalls genau dokumentiert werden. Auch hierbei werden Mängel und deren Behebung sowie Fristen schriftlich im Prüfprotokoll vermerkt. Das Prüfprotokoll muss nach DGUV V3 vom durchführenden Prüfer unterschrieben sowie mit den zu behebenden Mängeln samt Behebungsmaßnahmen und Fristen versehen werden. Anlässlich der nächsten Prüfung nach DGUV Vorschrift 3 wird dann ebenfalls überprüft, ob die Mängelbeseitigungen fristgerecht stattgefunden haben. Sollte dies nicht der Fall sein, wird geprüft, ob ein triftiger Grund vorlag und ob dieser ebenfalls festgehalten wurde sowie eine Maßnahme zur späteren Beseitigung des Mangels getroffen wurde.

Welche Prüfung sieht die BetrSichV/DGUV V3 in Verwaltungsgebäuden vor?

Die DGUV Vorschrift 3 sieht auch in Bürogebäuden die Prüfung ortsfester Anlagen, sowie die Prüfung ortsveränderlicher elektrischer Betriebsmittel nach DGUV V3 vor. In Bürogebäuden befinden sich ebenfalls jede Menge Kabel, Geräte und Anlagen, die elektrisch betrieben werden, dem Verschleiß oder Beschädigungen verschiedener Art unterliegen und regelmäßig überprüft werden müssen. Natürlich sind auch hier die Stromkreise mit verschiedenen Schutzschaltern ausgerüstet. Im Fall eines defekten Kabels oder Computers wird der jeweilige Stromkreis in wenigen Sekunden unterbrochen, sodass keine größeren Schäden entstehen können.

Wer darf diese Prüfungen durchführen?

Prüfen dürfen nur zertifizierte Unternehmen und Fachpersonal, das eine Fachausbildung als Elektriker oder eines verwandten Berufes durchlaufen hat, über ausreichend Praxis verfügt sowie die Fachkursausbildung durchlaufen hat. Betriebsintern kann eine befugte Person ernannt werden. Diese sollte schon über elektrische Grundkenntnisse verfügen bzw. Elektriker sein. Die Absolvierung eines fachspezifischen Kurses und die Ablegung der Eignungsprüfung für den Prüfdienst nach der DGUV V3 rundet die Eignung ab. Der E-Check der Anlagen und Betriebsmittel nach der DGUV Vorschrift 3 kann natürlich auch an externe Prüfer oder Prüffirmen abgetreten werden. Dabei muss aber sichergestellt werden, dass die beauftragte Firma bzw. die beauftragen Prüfer auch über die notwendigen Qualifikationen verfügen. Ist dies nicht der Fall, hat der Auftraggeber die notwendige, gesetzlich vorgeschriebene Sorgfaltspflicht verletzt und muss mit erheblichen Konsequenzen bzw. empfindlichen Strafen rechnen. Diese richten sich nach dem Ausmaß des Schadens, der entstehen würde bzw. entstanden ist.

Fazit

Personenschutzschalter dienen der Sicherheit von Personen und Maschinen. Kommt es aufgrund einer beschädigten Isolierung zu einem „Kurzschluss“, unterbricht der Personenschutzschalter den Stromkreis. Somit wird niemand verletzt. Das typische Beispiel ist der Föhn, der in die Badewanne fällt. Wasser ist ein sehr guter Leiter. Der Personenschutzschalter sorgt dafür, dass der Stromkreis sofort unterbrochen wird, sodass niemand zu Schaden kommt. Die regelmäßigen Prüfungen nach DGUV V3 sorgt dafür, dass Anlagen und Betriebsmittel technisch einwandfrei funktionieren, ordnungsgemäß installiert und betrieben werden. Somit dienen die Prüfungen nach der DGUV Vorschrift 3 der Sicherheit aller Menschen, die sich im Gebäude aufhalten oder mit den Geräten zu tun haben oder sich in deren Nähe aufhalten.

Kabelbrände, Kurzschlüsse oder Gerätebrände können mit der DGUV V3 schon „im Keim erstickt“ werden. Die regelmäßigen Überprüfungen dienen so auch der Prävention. Darüber hinaus sparen sie Zeit und Kosten, die entstehen würden, müssten all diese Geräte erneuert, nachgekauft bzw. hohe Schadenersatzforderungen gezahlt werden. Im schlimmsten Fall bei Nichteinhaltung und Ignorierung nach mehrfacher Urgenz wird die Anlage geschlossen. Den höchsten Preis, den Menschen durch Ignoranz und Unachtsamkeit zahlen müssen, ist der Verlust des Lebens. Personenschutzschalter und die Einhaltung der DGUV V3 retten Leben!

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