Prüfbetrieb defektes Gerät, Fehlerquote

Dabei handelt es sich im Großen und Ganzen um die Bestimmung der Prüfintervalle. Diese richten sich danach, wie anfällig eine elektrische Anlage oder ortsveränderliche elektrische Betriebsmittel für Mängel und Fehler sind. Die Behörden und Gesetzgeber sind sich darüber bis heute nicht einig, wie die Fehlerquote zu berechnen ist. Die Konsequenzen daraus sind ebenfalls unklar. Liegt die Fehlerquote über 2 Prozent, müssen die Prüfintervalle verkürzt werden. Das heißt, die regelmäßige Elektrogeräteprüfung muss häufiger stattfinden, um Unfälle sowie Ausfälle zu vermeiden. Um auf Nummer sicher zu gehen, sollte jedoch im Einzelfall entschieden werden.

Was steht bei der Beurteilung der Fehlerquote im Vordergrund?

Einen generellen Richtwert zur Prüfung ortsveränderlicher elektrischer Betriebsmittel nach der DIN VDE 0701 sowie 0702 bestimmt eine Prüffrist von sechs Monaten. Dabei handelt es sich um Geräte mit Stecker und Kabel. Handelt es sich um Baustellen muss der E-Check alle drei Monate stattfinden. Ist die Fehlerquote auf der Baustelle gering, kann diese auf ein Jahr ausgedehnt werden. Anlagen und Geräte in Büros hingegen sind weniger anfällig. Daher kann für Büros die Prüffrist auf 2 Jahre ausgedehnt werden.

Dabei muss jedoch berücksichtigt werden, was die Ursache für die höhere Fehlerquote war. Wenn jedes einzelne Betriebsmittel beanstandet wurde, ist besondere Vorsicht geboten. Wenn die Mängel behoben werden und die Intervalle eingehalten, können die Prüfintervalle natürlich auch beibehalten werden. Bei einer Vielzahl von gravierenden Mängeln ist es jedoch ratsam, zunächst die Ursachen herauszufinden und dann die Prüfintervalle zu verkürzen. Zumindest für eine bestimmte Zeit. Ist dann alles in Ordnung, können die ursprünglichen längeren Intervalle wiedereingeführt werden.

DGUV V3 Prüfprotokoll

Was ist der häufigste Fehler in diesem Zusammenhang?

Sehr oft sehen Betrieb in einer höheren Fehlerquote eine automatische Erhöhung der Prüfintervalle und somit ein oftmaliges Stören des Betriebes. Werden nach der Prüfung nach der DGUV V3 defekte Betriebsmittel aus dem Verkehr gezogen, erhöht dies die Betriebssicherheit des gesamten Betriebes. Die Fehlerquote nach der DGUV Vorschrift 3 wurde regelrecht hochstilisiert. Sie hat ihre Berechtigung, sollte aber auch nicht überbewertet werden. Sinn und Zweck der DGUV Vorschrift 3 ist die Betriebssicherheit des Unternehmens. Dabei sollte bedacht werden, dass die Prüfintervalle ja nicht bis in alle Ewigkeit in kürzeren Abständen stattfinden. Ist alles in Ordnung und treten keine wesentlichen Mängel nach der BGV A 3 auf, können die Prüfungen ortsveränderlicher elektrischer Betriebsmittel wieder in längeren Abständen erfolgen.

Gibt es einen zwingenden Grund, dass diese trotzdem in kurzen Abständen erfolgen?

Wie schon vorab erwähnt, hängen die Prüfabstände von der Höhe der Fehlerquote ab. Dabei werden jedoch auch andere Faktoren berücksichtigt. Handelt es sich um einen Industriebetrieb, wird dieser sicher strenger begutachtet als ein Büro. Am Bau kommt es häufig zu Problemen bei der Prüfung ortsveränderlicher Geräte, weil diese naturgemäß von einer Baustelle zur anderen gebracht und dort eingesetzt werden. Die DGUV V3 stellt sicher, dass keine defekten elektrischen Geräte auf einer Baustelle eingesetzt werden.

Oft lösen Defekte eines Gerätes gleich eine Kettenreaktion von Schäden aus. Verletzungen sind dabei nicht ausgeschlossen. Durch das ständige Bewegen und dem Dauereinsatz der ortsveränderlichen elektrischen Betriebsmittel unterliegen diese einem stärkeren Verschleiß als andere. Deshalb ist es durchaus sinnvoll, diese in kürzeren Intervallen zu überprüfen. Gab es dann noch eine Beanstandung oder einen Defekt, muss gewährleistet sein, dass das nicht wieder vorkommt.

Was versteht die DGUV V3 unter „Fehlerquote“?

Die Elektroprüfungen empfiehlt lediglich, die Fehlerquote als Maßstab für die notwendigen Prüfabstände zu sehen. Wenn alles in Ordnung ist und es zu keinen Beanstandungen kommt oder diese ordnungs- und fristgemäß behoben werden, können die kurzen Prüfintervalle jederzeit verlängert werden. Die DGUV V3 empfiehlt darüber hinaus, dass bei einer höheren Fehlerquote als 2 Prozent, unbedingt die näheren Umstände zu analysieren sind. Die Fehlerquote ist nach BGV A 3 und DGUV Vorschrift 3 lediglich eine Hilfestellung, um einen Richtwert zu haben. Sie dient der Sicherheit der Menschen im Betrieb sowie der Funktionalität der elektrischen Anlagen und Geräte. Kostenintensive Stillstandszeiten werden daher ebenfalls vermieden.

Gibt es laut der DGUV V3 einen Ermessensspielraum in Bezug auf die Fehlerquote?

Die DGUV V3 gibt eine Empfehlung ab. Die Gefährdungsbeurteilung schreibt jedoch die nächste Prüfung vor. Diese beruht darauf, wie anfällig eine elektrische Anlage oder ein Gerät für Schäden, Fehler, etc. ist. Wurden über einen längeren Zeitraum keine Prüfungen nach der DGUV Vorschrift 3 durchgeführt, treten natürlich leichter Defekte auf. In diesem Fall werden häufig einfach die regelmäßigen üblichen Prüfintervalle nach der DGUV V3, der BGV A 3 eingehalten. Warum die Prüfung ortsveränderlicher elektrischer Betriebsmittel nicht gut ausgefallen ist, ist natürlich zuerst zu hinterfragen, bevor eine Entscheidung über die nächsten Prüfabstände getroffen wird. Darüber hinaus muss festgehalten werden, was genau beanstandet wurde. Funktionierte das elektrische Betriebsmittel nicht oder war es defekt oder wurde das letzte Mal nicht geprüft. Das spielt alles eine entscheidende Rolle bei der Festlegung der Prüfintervalle nach der DGUV V3 oder BGV A 3. Im Büro kann es jedoch ebenfalls zu einer Erhöhung der Prüfintervalle oder der Fehlerquote kommen. Sehr oft werden hier Steckleisten verwendet, die für den gewerblichen Zweck nicht geeignet sind. Das erhöht die Fehlerquote und somit die Prüfabstände. Darüber hinaus spielt auch die Menge ortsveränderlicher elektrischer Betriebsmittel eine entscheidende Rolle. Die Fehlerquotenberechnung nach der DGUV Vorschrift 3 hat umso mehr Gewicht, je mehr Betriebsmittel betroffen sind.

der DGUV V3 Prüfaufkleber und Fehlerquote

Was kann die Fehlerquote nachhaltig verbessern?

Prüfintervalle müssen eingehalten und vorgeschlagene Verbesserungen und Mängelbehebungen fristgerecht umgesetzt werden. Neue Betriebsmittel müssen sofort erfasst werden. Bei Neuanschaffungen verbessern Betriebsmittel, die eine GS- oder VDE-Kennzeichnung tragen, die Chancen die Intervalle zu verkürzen, da es sich dabei um Qualitätsprüfzeichen handelt. Achten Sie darauf, dass die Betriebsmittel nicht zweckentfremdet verwendet werden. Setzen Sie nur qualifizierte Prüftechniker zur internen DGUV V3 Prüfung sowie der BGV A3 ein.

Call-to-Action:

Sehen Sie die Fehlerquote als Richtwert und Hilfestellung und nutzen Sie diese zu Ihrem Vorteil!

Fazit

Die Prüfung nach der DGUV V3 sowie BGV A3 erlauben einen gewissen Spielraum bei der Festlegung der nächsten Prüfintervalle. Das sollte als Vorteil gesehen werden. Ist die Fehlerquote auch laut Prüfprotokoll hoch, ist das immer ein Indikator dafür, dass etwas nicht in Ordnung ist und einiges geändert werden muss. Die Prüfung ortsveränderlicher elektrischer Betriebsmittel hilft, Mängel rasch zu entdecken und das noch bevor sie sich zum Problem entwickelt haben. Das heißt aber auch, dass sie die Sicherheit sowohl der Anlage, des Betriebes als auch der Menschen steigt.

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